Der große TV-Test 2 Test

Beamer sind die Rettung vieler WM-Fans. Wer kein Ticket bekommen hat, verschafft sich zu Hause Stadionatmosphäre. Videoprojektoren können mehrere Meter große Bilder an die Wand werfen. Das projizierte Bild ist kein Vergleich zur Mattscheibe des Fernsehers. Doch wenn Beamer unscharfe Bilder mit Farbschlieren produzieren, bringen auch Riesenbilder keinen Spaß. Videoprojektoren mit Flüssigkristallen (LCD) können Fernsehqualität schaffen. Beamer mit DLP-Technik (Digital Light Processing) haben häufig Probleme mit schnellen Bewegungen. Stiftung Warentest hat sich 14 Videoprojektoren angeschaut.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Beamer

Testsieger für 1 800 Euro

Der Preis für gute Beamer ist nach wie vor hoch. Mindestens 1 700 Euro müssen Großbildfans ausgeben. Für 100 Euro mehr gibts den Testsieger. Der Panansonic PT-AE 900 E bietet für 1 800 Euro mit die beste (1,6) Bildqualität, er ist leise und hat sehr geringen Stromverbrauch. Fast nur die Hälfte kostet der Acer PD 125 D. Für 965 Euro bekommen Beamerkäufer einen Projektor mit guter Bildqualität. Dass das Gesamturteil nur „befriedigend“ ist, liegt unter anderem an dem extrem hohen Stromverbrauch im Standby. Der Acer hat keinen Netzschalter, sodass der Standby-Betrieb nur durch Ziehen des Netzsteckers reduziert werden kann.

Gitterstruktur bei LCD

Der Testsieger von Panasonic und der günstige Beamer von Acer unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in der Technik. Panasonic setzt auf die LCD-Technik. Flüssigkristalle sorgen für die Projektion der Bilder. Bei dieser Technik kann das Problem auftreten, dass die Gitterstruktur der durchleuchteten Flüssigkeitskristalle zu sehen ist. Das ist bei Standbildern deutlich sichtbar. Den Testern fiel das besonders beim Epson EMP-TW20 und NEC VT48 auf. In der Regel ist dies allerdings nur bei Beamern mit 1-LCD-Technik der Fall.

Regenbogeneffekt bei DLP

Mit Gitterstrukturen haben Videoprojektoren mit DLP-Technik keine Probleme. Sie sind allerdings anfällig für ein anderes Phänomen: dem so genannten Regenbogeneffekt, bei dem an Rändern von weißen Flächen das Farbenspektrum zu sehen ist. DLP-Beamer arbeiten mit mikroskopisch kleinen Spiegeln. Die sind zwar mit 5 000 Klappbewegungen pro Sekunde blitzschnell. Wenn ein „weggeklappter“ Spiegel von schwarz auf weiß schaltet, dann ist mit geringer zeitlicher Verzögerung dieser Pixel erst in rot, grün und blau zu sehen. Da das menschliche Auge zu träge ist, mischt es die drei Grundfarben zu weiß. Doch manchmal ist der Beamer nicht schnell genug. Dann sieht das Auge den Wandel von Schwarz zu Weiß. Beim BenQ MP 620 war der Regenbogeneffekt etwa bei Fußballspielen, und da besonders bei Kameraschwenks zu sehen.

Teurer TV-Ersatz

Videoprojektoren können den Fernseher ersetzen. Das größere Bild kostet allerdings auch mehr. Beamer sind schon in der Anschaffung so teurer wie ein Flachfernseher. Zudem müssen Beamerbesitzer nach 2 000 bis 4 000 Stunden die Projektionslampe tauschen. Dafür bezahlen sie zwischen 250 Euro beim Epson TW-20 und gut 500 Euro beim Toshiba MT 700. 4 000 Stunden hört sich viel an. Doch bei einem täglichen Fernsehkonsum von im Schnitt dreieinhalb Stunden hält eine Projektionslampe höchstens drei Jahre.

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