Die Rabattschlacht der Autoversicherer treibt seltsame Blüten. Um das Angebot der Konkurrenz zu unterbieten, dichtete eine Allianz-Vertreterin einer Kundin sogar ein Kind an.

Claudia Schmidt* staunte nicht schlecht: Die Kfz-Haftpflichtversicherung für ihren alten Wagen sollte bei der Allianz nur 180 Euro im Jahr kosten. Dabei war sie bei ihrer alten Versicherung mit rund 208 Euro Jahresbeitrag für 2003 schon günstig versichert.

Das Superangebot der Allianz kam durch einen Trick zustande: Die Vertreterin gab im Versicherungsantrag an, dass Frau Schmidt Mutter eines Kindes und Hausbesitzerin sei. Beides ist gelogen, bringt aber Pluspunkte im ­Rabattsystem der Versicherungsgesellschaft.

„Die Allianz-Frau sagte, das kommt nie raus“, erinnert sich Claudia Schmidt, „aber mir war nicht wohl bei der Sache.“ Zu Recht – denn wenn die Falschangaben auffliegen, ist eine Vertragsstrafe von zwei Jahresbeiträgen fällig. Zudem speichern fast alle Versicherer Daten über Betrugsversuche und tauschen sie auch untereinander aus.

Das war Claudia Schmidt zu heikel. Sie sagte der Allianz ab und sah sich selbst nach günstigen Angeboten um. Doch nun war der Ehrgeiz der Allianz-Vertreterin geweckt. Plötzlich legte sie ein neues Angebot auf den Tisch: 198 Euro im Jahr für die Kfz-Haftpflichtversicherung, auch ohne Kind und Haus. „Offenbar haben die Mitarbeiter Preisspielräume“, erklärt sich die Kundin das Rabattwunder. Nächstes Mal wird sie gleich nach Preisnachlass fragen.

*Name von der Redaktion geändert.

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