Der Fall Meldung

Ehepaar Bläser aus dem Rheinland hat sich nicht rechtzeitig bei seinem privaten Krankenversicherer gemeldet. Das wurde teuer.

Einen mächtigen Schock bekamen Harald und Carmen Bläser, als sie den Brief ihres privaten Krankenversicherers im März dieses Jahres öffneten. Für die Aufstockung ihres Versicherungsschutzes um 20 Prozent verlangte die DBV-Winterthur von dem Lehrerehepaar mit zwei Kindern 890 Euro mehr im Monat. Das war eine gewaltige Beitragssteigerung um fast 265 Prozent.

Die Anpassung des Schutzes war notwendig geworden, weil die 27-jährige Tochter des Ehepaars das Studium beendet hatte und bereits seit Januar 2008 eigenes Geld verdiente. Dadurch verringerte sich die Beihilfe des Staates, der bei Beamten wie den Bläsers einen Teil der Krankheitskosten übernimmt. Fällt der Anspruch auf Kindergeld weg, wird der Beihilfesatz von 70 auf 50 Prozent herabgesetzt. Die fehlenden 20 Prozent müssen Beamte dann bei ihrem privaten Krankenversicherer zusätzlich absichern.

Dass diese 20-prozentige Erhöhung ­ihren Monatsbeitrag aber gleich von 336 Euro auf 1 226 Euro ansteigen ließ, war den Lehrern zunächst unbegreiflich. Zum Verhängnis wurde ihnen, dass sie versäumt hatten, der DBV-Winterthur innerhalb von sechs Monaten zu melden, dass ihr Anspruch auf Kindergeld weggefallen war. Denn nach dieser Frist wird der Vertrag nur mit erneuter Gesundheitsprüfung und Risikozuschlägen umgestellt.

Diese Zuschläge für bereits bestehende Krankheiten führten zu der enormen Erhöhung – über die „normale“ Beitragsanpassung hinaus. Auch wurden für zahnärztliche Leistungen Wartezeiten bis zu fünf Jahren angesetzt.

Bläsers haben sich deshalb entschieden, ihren alten Vertrag ohne die Erhöhung des Versicherungsschutzes weiterzuführen. Die fehlenden 20 Prozent wollen sie dann bei Behandlungen aus eigener Tasche zahlen.

Doch Erlösung ist in Sicht. In einem Jahr geht Harald Bläser, in drei Jahren Carmen Bläser in Pension. Dann steigt die Beihilfe wieder auf 70 Prozent.

Tipp: Weder private Krankenversicherer noch die Beihilfe informieren Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, wenn Beihilfebemessungssätze umgestellt werden. Damit es zu keiner bösen Überraschung kommt, wenn ­Ihre Kinder aus dem Haus sind, müssen Sie innerhalb von sechs Monaten selbst aktiv werden und die Änderung bei Ihrem privaten Krankenversicherer melden.

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