Der Fall Meldung

Gerade noch davongekommen ist der 65-jährige Gastronom Axel D.* aus Franken. Denn die Kündigung seiner Kapitallebensversicherung bei der Nürnberger Versicherung mit gleichzeitigem Neuabschluss einer Rentenversicherung konnte er rückgängig machen. Sein Rechtsanwalt hatte ihm ausgerechnet, dass ihn dieses Geschäft um knapp 70 000 Euro erleichtert hätte.

Ein Vermittler der Nürnberger Versicherung hatte dem Hotelbetreiber zu der ungünstigen Vermögensumschichtung geraten. Axel D.: „Der Mann sagte, er sei nur meinetwegen aus Aschaffenburg gekommen. Wenn ich mich nicht sofort entscheide, müsste er den Weg ja noch mal auf sich nehmen.“

D. fühlte sich verpflichtet, unter­schrieb und kündigte damit fünf Jahre vor dem regulären Ablauf seine seit 1980 laufende Kapitallebensversicherung.

Bis dahin hatte der Gastwirt 243 611 Euro an Beiträgen eingezahlt. Knapp 379 000 Euro hätte ihm der Rückkauf inklusive Überschussbeteiligung gebracht. Das Geld sollte er in eine Rentenversicherung einzahlen. Der Gastwirt: „Später hatte ich ein komisches Gefühl. Deshalb ging ich zum Anwalt.“

Rechtsanwalt Franz Schneider aus Nürnberg prüfte die Unterlagen und war entsetzt. „Meinem Mandanten wären durch die Transaktion 68 263 Euro entgangen. Aber der Vermittler hätte sicherlich gut an dem Geschäft verdient.“

Auf Schneiders Rat hin widersprach Gastwirt Axel D. dem Abschluss der Rentenversicherung in der gesetzlichen Frist von einem Monat. Schneider beschwerte sich beim Versicherer. Das Unternehmen setzte die Kapitallebensversicherung von D. da­rauf­­hin wieder unverändert in Kraft.

* Name ist der Redaktion bekannt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 356 Nutzer finden das hilfreich.