Der Fall Meldung

Dieter Weidel besteht auf seine günstige Reise – auch wenn der Anbieter sich im Preis geirrt hat.

Zehn Tage Madeira für zwei Personen mit Halbpension für 1 166 Euro – ein gutes Angebot, dachte sich Dieter Weidel aus Hamburg und buchte die Reise bei der Thomas Cook AG. Er bekam eine Bestätigung, doch dann kam erneut Post. Man fechte die Bestätigung an, erklärte Thomas Cook.

Die Firma buchte das angezahlte Geld auf eine andere, viel teurere Reise, die Dieter Weidel aber nicht will. Er besteht auf der ursprünglichen Reise.

Ob er sich durchsetzen kann, ist fraglich. Denn Firmen wie auch Privatleute können ein Geschäft platzen lassen, wenn ein Irrtum vorliegt. Das ist etwa der Fall, wenn sich jemand im Angebotsschreiben verschreibt oder wenn jemand ein Gemälde kauft, weil er fälschlicherweise glaubt, es sei das Original und keine Kopie.

Ausnahmen machen Gerichte nur selten. Das Amtsgericht Fürth etwa verdonnerte 2009 die Firma Quelle, Fernseher statt für 1 999 Euro zum bestätigten Preis von 199 Euro zu liefern (Az. 310 C 2349/08). Die Anfechtung hielt das Gericht aber nur deshalb für unbedeutend, weil Quelle mit dem Rückzieher sehr lange gewartet hatte, obwohl man vom Fehler wusste.

Thomas Cook hat auf Nachfrage erklärt, ein Mitarbeiter habe sich vertippt. Wenn das stimmt, wird sich Dieter Weidel nur damit trösten können, dass er nicht auf Schäden sitzenbleibt, die der Rückzieher verursacht. Hat er zum Beispiel schon einen Mietwagen geordert, muss Thomas Cook die Stornokosten zahlen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 521 Nutzer finden das hilfreich.