„Sehr geehrter Herr Müller*, in einer für Sie bestimmt wichtigen Angelegenheit bitten wir Sie, uns anzurufen ...“. Dieses Schreiben der Firma Taurrus GmbH Schuldnerberatung aus Laatzen bei Hannover hatte der Hannoveraner Rolf Müller in der Post.

Er rief bei Taurrus an und eine freundliche Mitarbeiterin erklärte ihm, ihre Firma habe Informationen über ihn. Etwa, dass eine Bank kürzlich seinen Kreditwunsch abgelehnt hätte. Man wolle ihm angesichts seiner Geldprobleme gerne helfen.

Woher Taurrus denn etwas über ihn wisse, fragte Müller. „So etwas findet man heutzutage leicht heraus“, bekam er zu hören. Müller legte empört auf und wandte sich an ­Finanztest. In der Tat war wegen einer offenen Schuld schon einmal der Gerichtsvollzieher bei ihm gewesen. Dass die Firma Taurrus dies möglicherweise wissen konnte, beunruhigte ihn.

Die Anfragen von Finanztest beantwortete Taurrus-Geschäftsführer Hans Walter Asmus nicht. Rätselhaft ist, wie er an Informationen über Rolf Müller gekommen sein könnte. Über die öffentlichen Schuldnerverzeichnisse, die bei den Amtsgerichten geführt werden, sicher nicht. Dort wird eingetragen, wer wegen Schulden eine eidesstattliche Versicherung abgeben musste, weil nichts zu pfänden war. Auch Menschen, die wegen ihrer Schulden sogar in Haft mussten, stehen darin. Diese Daten dürfen Schuldenregulierer auf keinen Fall für den Kundenfang nutzen.

Finanztest rät von einer Schuldenregulierung durch die Taurrus GmbH ab. Denn die Geschäftsverhältnisse sind unklar. Bis vor kurzem firmierte unter der Taurrus-Adresse eine Firma Taurus GmbH (mit einem r), die der Verbraucherzentrale Bundesverband wegen unlauterer Geschäftsmethoden abgemahnt hat. Das Amtsgericht Borken hat diese Taurus GmbH bereits zu der Rückzahlung eines für eine Schuldenregulierung erhaltenen Honorars verurteilt (Az. 15 C 282/02).

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