Der Fall Meldung

Hallo Talkline?“ Vernünftig reden ­konnte Rechtsanwalt David Seiler mit der Telefonfirma nicht. Seinen Widerruf akzeptierte sie nicht, Seiler sollte weiter zahlen. Erst vor Gericht bekam der Anwalt sein Recht.

Die Telefonfirma Talkline hat dem Mainzer Anwalt David Seiler viel Gelegenheit ge­geben, sein Juristenwissen anzuwenden. Erst vor Gericht kam er aus dem Vertrag mit der Firma, die ihm mit der Schufa Druck machen wollte.

Los ging der Ärger, als der Anwalt über einen Versand ein Handy samt Talkline-Vertrag bestellte und das Geschäft kurz darauf widerrief. Das ist im Versandhandel binnen 14 Tagen erlaubt und geht ohne Angabe von Gründen.

David Seiler schickte das Handy an den Versand, der Widerruf ging fristgerecht zu Talkline. Doch Talkline akzeptierte ihn nicht. Seiler sollte noch zwei Jahre für den Handyvertrag zahlen.

Talkline monierte auch, dass das Handy nicht angekommen sei und forderte Geld. Dabei regelt das Gesetz diesen Fall eindeutig: Kommt beim Versand etwas weg, ist das allein Problem des Verkäufers.

David Seiler zahlte nichts und Talkline drohte mit einem negativen Schufa-Eintrag. Damit wäre der Mann als finanziell klamm gebrandmarkt und hätte Probleme beim Aufnehmen eines Kredits oder beim Bestellen eines Handys be­kommen können. Er wehrte sich, denn Händler dürfen der Schufa offene Forderungen nur melden, wenn sie unbestritten sind.

Das Amtsgericht Mainz machte kurzen Prozess und untersagte Talkline den Schufa-Eintrag (Az. 84 C 107/06). Talk­line akzeptierte, der Streit ist nun zu Ende. Ein Talkline-Sprecher erklärte ge­genüber Finanztest, man habe einen bedauerlichen Fehler gemacht.

Dennoch geht der Ärger weiter. David Seiler berichtet, dass Talkline nun seine Anwaltsrechnung moniert und sie erst bezahlen will, wenn ein Gericht die ­Kosten festgesetzt hat.

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