Der Satz in dem Schreiben der Huk-Coburg-Krankenversicherung klang ganz harmlos: Eine Anpassung der Beiträge und eine Anhebung des Selbstbehalts „auf einen runden Euro-Wert“ kündigte sie im Januar ihrer Kundin Maja Franke* an. Doch was die Huk als „Aufrundung“ bezeichnet, ist in Wirklichkeit eine Erhöhung des jährlichen Selbstbehalts von 511 auf 600 Euro.

Um das herauszufinden, brauchte Frau Franke detektivischen Spürsinn. In der Ergänzung zum Versicherungsschein war lediglich ausgewiesen, dass die Beiträge um 30 Euro im Monat höher werden. Die Veränderung des Selbstbehalts erfuhr die Kundin daraus nicht. Das einzige Indiz, das sie beim Vergleich mit der Änderungsmitteilung vom Vorjahr ausfindig machen konnte, war der Tarifname: er lautete jetzt A 600 statt A 1000.

Nur durch telefonische Nachfrage bei der Versicherungsgesellschaft konnte Maja Franke in Erfahrung bringen, um wie viel ihr Selbstbehalt erhöht wurde. Andernfalls wäre sie davon erst beim Einreichen der nächsten Rechnungen überrascht worden. „Das finde ich unfair“, schimpft die Berlinerin.

Die Huk-Coburg-Krankenversicherung zeigte sich auf Nachfrage von Finanztest offen für die Kritik: „Wir geben Ihnen Recht, dass dies für die Kunden deutlicher hätte ausfallen können.“ Die Unternehmensleitung hat angekündigt, bei künftigen Erhöhungen des Selbstbehalts einen deutlicheren Hinweis im Anschreiben und einen Vermerk auf der Änderungspolice zu machen.

* Name von der Redaktion geändert.

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