Der Fall Meldung

Rainer Kampling, 50, aus Berlin wehrt sich gegen Inkassoforderung.

Um nicht so viel Geld beim Telefonieren auszugeben, nutzt Rainer Kampling gern Call-by-Call-Anbieter. Da deren Rechnungsbeträge mit der Rechnung der Telekom eingezogen werden, wunderte sich der Hochschullehrer aus Berlin, als er im Februar 2003 eine Mahnung über 23,76 Euro von 01019 freenet erhielt. Auf seinen Einwand an die E-Mail-Adresse „mahnung@01019.net“ erhielt er nur eine automatisch generierte Empfangsbestätigung. Statt Antwort kam mehrmals Post von der Hamburger Anwaltskanzlei ksp und aus 23,76 Euro sind inzwischen 52,80 Euro geworden.

Finanztest fragte bei 01019 nach. Der Professor soll im April 2000 einen „freenet.de Powertarif“ im Internet abgeschlossen haben. Er weiß von nichts. Auch nicht, dass der Vertrag im Oktober 2002 von 01019 gekündigt wurde, weil er angeblich nicht am Einzugsverfahren teilnehmen wollte.

Kampling hat sich entschlossen, es auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen. Denn unabhängig davon, ob es je diesen Vertrag gab, findet er es eine Zumutung, dass freenet sich bei der Rechnungsstellung so lange Zeit ließ. Seine Chancen stehen gut. Zu verspäteten SMS-Abrechnungen gibt es Urteile (AG Kamen, Az. 12 C 609/99, AG Lünen, Az. 7 C 851/99), die den Zeitraum zur Einforderung des Rechnungsbetrags auf zwei Monate nach der Leistungserbringung beschränken.

Tipp: Auch wenn es Mühe macht — Rechnungen aufheben. Verträge, die man übers Netz abschließt, ausdrucken und aufbewahren. Wer keine Unterlagen finden kann, sollte den Anbieter auffordern, eine Kopie des abgeschlossenen Vertrags zuzusenden.

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