Der Fall Meldung

„Täter“ und Opfer zugleich: Hartmut Mezger vermittelte seiner Frau Helga eine erfolglose Fondspolice der WWK, die ihm angepriesen worden war.

Helga Mezger, 60, zahlte über 21 Jahre im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung 25 770 Euro ein und hatte am Ende trotzdem nur 18 000 Euro. Das hätte die Industriekauffrau nicht für möglich gehalten.

Als sie 1988 über ihre Firma bei der Versicherungsgesellschaft WWK eine fondsgebundene Direktversicherung abschloss, hieß es, hier seien langfristig 6 bis 8 Prozent Rendite drin. Bei 6 Prozent Wertentwicklung hielte Mezger jetzt 52 000 Euro in den Händen, bei 8 Prozent sogar 67 000 Euro. Stattdessen waren bei Ablauf der Police im Dezember 2009 ihre Fondsanteile 7 700 Euro weniger wert, als sie eingezahlt hat. Inzwischen hat sich der Kurs etwas erholt. Die Kauffrau hat „nur noch“ 4 840 Euro Verlust.

Pikant: Vermittelt hat ihr die Police damals niemand anderes als ihr Ehemann Hartmut Mezger, in dessen Betrieb Helga Mezger arbeitete. Er bekam ­dafür umgerechnet rund 770 Euro Provision. Heute ärgert sich Hartmut Mezger: „Ich habe damals als Mehrfachagent gearbeitet. Die WWK-Police ist mir bei einer Schulung sehr angepriesen worden. Deshalb habe ich das für meine Frau beantragt.“

Helga Mezger hat sich bei der WWK beschwert. Antwort: Die WWK habe diverse Kosten gehabt, bei Fondspolicen werde kein Deckungskapital verzinst und für die Anlagestrategie sei man nicht verantwortlich. Außerdem habe sie ab dem ersten Beitrag vollen Versicherungsschutz genossen. Gemeint ist der Todesfallschutz.

Bei Vertragsschluss war Helga Mezger 38 Jahre alt. Eine vergleichbare Risikolebensversicherung hätte sie in den 21 Jahren höchstens 700 Euro gekostet. Diese Kosten und die Provision ihres Mannes abgezogen, bleibt ihr immer noch ein Verlust von fast 3 400 Euro – ein richtig schlechtes Geschäft.

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