Wer als Amerikaner nach Berlin kommt und Bank-Dienstleistungen auf dem gewohnten Niveau erwartet, muss sich umstellen. Als der Musiker Steve Boughmann* vor einem Jahr von New York nach Berlin umzog, suchte er die nächste Sparkasse auf, um ein Konto zu eröffnen. Dort riet man dem Künstler zu einem Geschäftskonto. Das kostete 10 Euro pro Quartal, einzelne Buchungen inklusive.

Ende des vergangenen Jahres informierte die Sparkasse den Künstler, dass sie aus Kostengründen den Kontoverkehr verstärkt über ­Automaten abwickeln wolle. Die Kunden sollen ihr Geld an Automaten einzahlen, kön­nen dort Überweisungen veranlassen und Geld vom Konto abheben. Der neue Kontoführungspreis von über 18 Euro im Monat blieb unerwähnt. Jede Bargeldeinzahlung am Schalter kostet jetzt 2,50 Euro, Einzahlungen am Automaten 1,50 Euro.

Als Steve Boughmann Ende des Monats 400 Euro für seine Miete und eine andere Rechnung einzahlte, spuckte der Automat einen Zettel aus: „Fehler aufgetreten. Bitte wenden Sie sich an den Betreiber des Automaten.“ Das Geld aber war weg. Auf Nachfragen versicherte die Sparkasse, dass das Geld in drei bis vier Tagen wieder auf dem Konto sei. Da sollte es aber gar nicht hin, sondern an die Rechnungsadressaten, die jetzt gut eine Woche länger auf ihr Geld warten mussten.

Bough­mann hatte sich genug geärgert und wechselte zur benachbarten Volksbank. Dort erfuhr er, dass ein ganz normales Privat-Konto für ihn völlig reicht. Bei der Volksbank kostet das 4 Euro pro Monat. Bei reiner Internetnutzung ist es gratis.

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