Der Fall Meldung

Mit der neuen Maschine kann Eva-Maria Schmidt ihren Kaffee wieder genießen.

Eva-Maria Schmidt aus Krefeld schwört auf eine gute Tasse Espresso. So kaufte sie im Mai 2005 für 399 Euro eine automatische Espressomaschine beim Elektromarkt Saturn in Krefeld. Nach anfänglichen kleinen Problemen lief die Maschine lange gut, bis nach knapp zwei Jahren eine Reparatur fällig war. Frau Schmidt schickte die Maschine zu einer Werkstatt des Herstellers, von dem sie erfuhr: „Sie haben ein Gebrauchtgerät gekauft.“

Die Kaffeemaschine war zwei Monate vor ihrem Kauf schon einmal über den Ladentisch gegangen und aufgrund eines Defekts wieder zurückgegeben worden. Saturn reparierte das Gerät und verkaufte es als Neuware an Eva-Maria Schmidt. Dass die Maschine schon 309 Tassen Espresso produziert hatte, wusste die Kundin nicht.

Mithilfe ihres Rechtsanwalts Andreas Neuber aus Krefeld erreichte Frau Schmidt bei Saturn den Umtausch der Kaffeemaschine zum früheren Kaufpreis. Erst auf unsere Nachfrage entschuldigte sich Saturn bei der Kundin für den „sehr unschönen, aber außerordentlich seltenen Fall“ und erklärte, ein Mitarbeiter habe es „versehentlich versäumt“, das Gerät als gebraucht zu kennzeichnen.

Keineswegs immer ein Versehen sei das, erzählt der Chef eines Reparaturbetriebs, der nicht genannt werden möchte: „So was kommt durchaus vor.“ Die Ursache sieht der Fachmann im kulanten Rückgaberecht, bei dem der Handel auch Geräte zurücknehme, die der Hersteller nicht ersetzt. Um nicht auf den Kosten sitzenzubleiben, gingen diese Geräte schon mal als Neugeräte wieder in den Verkauf. „Ein Betrug ist häufig nicht von der Hand zu weisen.“ Meist seien es aber „einzelne schwarze Schafe“.

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kennt solche Fälle. Es handele sich jedoch nicht um ein Massenphänomen.

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