Der Fall Meldung

Frank-Michael Schmidt ist vor ­Gericht gezogen und hat gewonnen. Jetzt bekommt er für seine Sparan­lage 2,85 Prozent Zinsen mehr.

Frank-Michael Schmidt hat im August 2001 ein „Cosmos Tele-Konto Doppelplus“ bei der Saarbrückener SKG Bank eröffnet. Es handelte sich um eine Festgeldanlage mit vier Jahren Laufzeit und Zinsen von 4,6 Prozent pro Jahr für einen festen Betrag. Der Einfachheit halber setzen wir diesen Betrag im Folgenden auf 10 000 Euro fest.

Als das eine „Plus“ bezeichnete die Bank die Zinsen. Als das andere „Plus“ nannte sie die Flexibilität: Kontoinhaber könnten ihren Festbetrag um 50 Prozent unterschreiten und die Hälfte kurzfristig abheben. Sie könnten ihn aber auch aufstocken, und zwar ebenfalls um 50 Prozent – und erhalten immer noch den selben Zinssatz.

Schmidt hat mehr als 50 Prozent aufgestockt, sagen wir auf 20 000 Euro. Das war im Jahr 2003. Für 15 000 Euro bekam er 4,6 Prozent. Für 5 000 erwartete er einen Zinssatz von 3,85 Prozent, denn so stand es in den Vertragsbedingungen, die er seinerzeit unterschrieben hat. Doch die SKG Bank zahlte nur 1 Prozent und verwies darauf, dass sie zwischenzeitlich die allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert habe.

Schmidt reklamierte, worauf die Bank ihm den höheren Zins von 3,85 Prozent für das Jahr 2003 gutschrieb, ihm aber sagte, dass sie das fortan nicht mehr tun würde.

Schmidt bestand auch für 2004 auf der vereinbarten höheren Verzinsung. Er überwies noch mehr Geld, das die Bank aber nicht annahm. „Man drohte mir sogar mit der Kündigung der gesamten Festzinsvereinbarung“, sagt der Essener Patentanwalt.

Er zog vor Gericht und bekam Recht: Die SKG Bank muss Einzahlungen auf das „Cosmos Tele-Konto Doppelplus“ bis zum Ablauf der Festzinsvereinbarung am 30. August 2005 mit 3,85 Prozent verzinsen. Sie muss das Geld, das sie zurücküberwies, rückwirkend gutschreiben und ebenfalls verzinsen.

Tipp: Anleger, die ein solches Festzinskonto bei der SKG Bank haben, sollten ihre Zinsabrechnungen ebenfalls prüfen.

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