Der Fall Meldung

Ute Henkel ist zufrieden. Für den Missbrauch ihrer ec-Karte zahlt die SEB-Bank. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden.

Ein Betrüger hat mit der ec-Karte von Ute Henkel Geld abgehoben. Vor dem Landgericht Frankfurt am Main erreichte die Berlinerin, dass ihre Bank den Schaden tragen muss (Az. 2-15 S 91/02).

Der SEB-Kundin war bei einem Einkauf die Karte abhanden gekommen. Anschließend hob ein Unbekannter damit über 2 200 Euro an Automaten ab. Die Bank belastete das Konto von Ute Henkel. Sie wehrte sich und ging mit ihrem Anwalt Helge Lode aus Berlin vor Gericht. Sie habe nichts falsch gemacht. Die Geschäftsbedingungen der Bank, wonach die Bank nicht haftet, wenn Kunden fahrlässig mit der Geheimnummer (Pin) umgehen, würden nicht greifen.

Die Bank sah das anders. Da die Pin weder errechnet noch erraten werden könne, sei klar, dass die Kundin mit der Nummer geschlampt habe. Dafür spreche der „Beweis des ersten Anscheins“.

Das sah das Landgericht Frankfurt am Main zunächst auch so. Es gab Ute Henkel aber die Möglichkeit, den Anscheinsbeweis zu erschüttern. Das gelang. Die Aussage ihres Ehemanns überzeugte das Gericht davon, dass sie den Papierbogen mit der Pin gleich nach Erhalt vernichtet hatte. Dass Ute Henkel die Karte zuvor nie mit der Pin eingesetzt hatte, überzeugte das Gericht dann auch davon, dass sie die Nummer nicht irgendwo oder gar auf der Karte notiert hatte.

Nun musste die Bank die Kundenschlamperei beweisen. Das konnte sie nicht und musste das Geld zurückbuchen. Ob eine Pin errechnet werden kann, ließ das Gericht offen.

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