Der Fall Meldung

Udo Kreysel aus Wedemark bei Hannover hat im Dezember 2002 einen Renditebausparvertrag bei der Quelle Bausparkasse abgeschlossen. Ihn reizte der Guthabenzinssatz von „5 Prozent bei Darlehensverzicht“, mit dem die Bausparkasse geworben hatte, ein Darlehen wollte er später gar nicht.

Im „persönlichen Ansparplan“ hatte ihm die Kasse vorgerechnet, wie viel Zinsen und staatliche Prämien er im Dezember 2009 bekommen wird, wenn er bis dahin 86 Euro im Monat einzahlt und kein Darlehen nimmt.

Vier Jahre später wollte die Bausparkasse nichts mehr davon wissen. Sie teilte Udo Kreysel mit, dass sein Vertrag zugeteilt werden könne. Weitere Sparraten seien ab Januar 2007 nicht mehr möglich. Um weiter Bausparförderung zu erhalten, müsse er einen neuen Vertrag abschließen – mit neuer Abschlussgebühr und nur noch bis zu 3,35 Prozent Zinsen.

Auch die mit Martina Geis* vereinbarten Sparraten wollte die Bausparkasse nicht mehr annehmen. Als sich Geis beschwerte, wurde sie belehrt: Bausparen sei keine normale Kapitalanlage, ­sondern diene „wohnungswirtschaftlichen Verwendungen“. Dieses Sparziel habe sie mit der Zuteilung schon erreicht. Nur „aus Kulanz“ war die Kasse bereit, den tariflichen Regelsparbeitrag weiter zu akzeptieren. Der ist nicht einmal halb so hoch wie die vereinbarte Rate. Erst nachdem Martina Geis die Be­schwerdestelle des Verbandes der privaten Bausparkassen einschaltete, lenkte die Quelle Bausparkasse endlich ein.

An Finanztest schreibt die Kasse: „Massivst“ hätten Bausparer ihre alten Renditeverträge für hohe Sonderzahlungen nutzen wollen. Sie sei deshalb „gezwungen, die Einzahlungsmöglichkeiten auf den Bausparverträgen gemäß den getroffenen Vereinbarungen zu restriktieren“.

Tatsächlich dürfen Bausparkassen Sonderzahlungen von ihrer Zustimmung abhängig machen. Martina Geis und Udo Kreysel wollen aber nur ihre alten Beiträge weiterzahlen – gemäß dem Sparplan, den ihnen die Kasse vor vier Jahren selbst aufgestellt hat.

Quelle-Vorstand Jürgen Reiche bedauert nun, dass auch solche Kunden von der Einschränkung der Sonderzahlungen betroffen wurden. Er stellt klar: „Selbstverständlich können diese Kunden weiter ihre vereinbarten Sparraten einzahlen.“

* Name von der Redaktion geändert.

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