Der Fall Meldung

Frank Peters will seinen Riester-Vertrag wechseln. Bei seinem Anbieter, der Postbank Versicherung (PB), erkundigte er sich im Juni 2006 nach den Bedingungen für einen Wechsel vom klassischen Tarif PB Rentenkonto Klassik zum fondsgebundenen Tarif PB Rentenkonto Dynamik. Von der Postbank bekam er damals die Antwort, dass die Vertragsumwandlung „zur Zeit überarbeitet“ wird. Sie sei „noch nicht möglich“.

Mehr als anderthalb Jahre später funktioniert sie immer noch nicht. Ein Tarifwechsel sei der Postbank derzeit „technisch nicht möglich“, so eine Sprecherin der Gesellschaft. Ihre Begründung: „Bei einem Anbieterwechsel muss über die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZFA) der alte Vertrag als abzugebend gemeldet werden und der neue Vertrag als anzunehmend.“ Das habe die Postbank bisher „technisch“ nicht hinbekommen. Dabei sieht das Gesetz eine Wechselmöglichkeit ausdrücklich vor. ZFA-Leiter Ulrich Stolz versteht nicht, dass es die Postbank sechs Jahre nach Einführung der Riester-Rente noch nicht geschafft hat, die technischen Voraussetzungen für einen Vertragswechsel zu schaffen. „Ich kann nur staunen, dass sich die Kunden so etwas gefallen lassen“, sagt Stolz.

Mit den meisten Anbietern gebe es, so Stolz, einen vollautomatischen Austausch der Daten. „Kleinere Anbieter mit wenigen Kunden übermitteln ihre Daten per Internet über ein gesichertes Web-Formular.“ Am 1. Januar 2008 ist auch die Postbank so weit. Dann können auch ihre Kunden wechseln. Für einen Wechsel von einem PB-Riester-Tarif zu einem anderen, wie ihn Frank Peters anstrebt, entstehen keine Kosten. Wenn er zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, muss er 150 Euro zahlen.

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