Dreimal versuchte Silke K. aus dem niedersächsischen Celle, ihrer Freundin Gerlinde in Stuttgart ein Ballkleid mit der Deutschen Post AG zu schicken. Zweimal kam es als „nicht zustellbar, Empfänger nicht bekannt“ zurück, beim dritten Versuch schließlich ist es verschwunden. Dabei schicken die beiden Freundinnen einander seit 15 Jahren Päckchen mit der Post. Weder ist Gerlinde in dieser Zeit umgezogen, noch hat sie einen neuen Namen angenommen.

Als das Päckchen nach einer Woche zum ersten Mal zurückkam, hat Silke K. mit einer Mitarbeiterin auf dem Postamt die Adresse kontrolliert. Sie stimmte und die Sendung ging kostenlos erneut auf die Reise.

Nach einer Woche war das Päckchen schon wieder zurück, diesmal zerfleddert. Weil die Zeit bis zum Ball immer näher rückte und die alte Verpackung nicht mehr zu gebrauchen war, verpackte Silke K. das Kleid kurzerhand in einem neuen Packset der Deutschen Post AG und verschickte es auf eigene Kosten zum dritten Mal.

Es nützte nichts, die Freundin in Stuttgart musste für den Ball ein anderes Kleid leihen. Drei Wochen später stellte Silke K. einen Nachforschungsauftrag bei der Post. Das Päckchen mit dem Kleid blieb verschwunden.

Normale Päckchen bis zu zwei Kilo Gewicht sind bei der Deutschen Post AG mit 4,10 Euro zwar günstig, aber nicht versichert. „Dumm gelaufen“ wäre das in diesem Fall für die Postkundin.

Nachdem Finanztest bei der Deutschen Post AG nachfragte, bekam die Absenderin aber den Wert des Kleids von 125 Euro „aus Kulanz erstattet, weil es so unglücklich gelaufen ist“. Einen Rechtsanspruch darauf hatte sie nicht.

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