Der Fall Meldung

Torsten D. hat seine Kapitallebensversicherung verkauft, weil er den Vertrag nicht bis zum Ende der Laufzeit durchhalten wollte. 334 Euro mehr als der Rückkaufswert, den der Lebensversicherer ausgezahlt hätte, bot ihm der Policenaufkäufer Cashlife. Entscheidend für ihn war das Versprechen von Cashlife, den Todesfallschutz der Police bis zum Laufzeitende zu erhalten.

Wertlose Zusage. Doch diese Zusage war nichts wert. Sieben Monate, nachdem Cashlife die Police gekauft hatte, kündigte die Gesellschaft den Vertrag beim Lebensversicherer. Mit der Kündigung war auch der Todesfallschutz für Torsten D. weg. Laut Bedingungen durfte Cashlife die Versicherung zwar „jederzeit und ohne besonderen Grund“ kündigen. Doch das stand nur im Kleingedruckten.

Im Kaufangebot hatte Cashlife ausdrücklich mit dem Erhalt des Todesfallschutzes geworben.

Aufkäufer von Lebensversicherern bieten etwas mehr Geld als den Rückkaufswert, weil sie die Lebensversicherung gewinnbringend an Fondsgesellschaften verkaufen oder sie selbst die Police bis zum Ende der Laufzeit weiterführen. So streichen sie den Teil des Gewinns ein, der fällig ist, wenn der Vertrag durchgehalten wird.

Die meisten Policen hat Cashlife an Fondsgesellschaften weiterverkauft. Diese fassen sie in meist geschlossenen Fonds zusammen und verkaufen Anteile an Anleger.

Doch in der Finanzkrise funktioniert das nicht mehr so wie früher. Weil das Unternehmen Geld braucht, um laufende Kosten zu zahlen, hat Cashlife 2008 Policen im Gesamtwert von 100 Millionen Euro storniert.

Tipp: Wenn Sie Ihre Kapitallebensversicherung verkaufen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Todesfallschutz verlorengeht. Sichern Sie das Todesfallrisiko über eine Risikolebensversicherung ab.

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