Der Fall Meldung

Niko Ranneck, 19, aus Fuhlendorf an der Ostsee, wurde das Handy gestohlen. Trotz Versicherung bleibt er auf seinem Schaden sitzen.

Niko Ranneck hatte sein Handy versichert. Als sich der 19-Jährige das Handy für 290 Euro bei Media Markt in Rostock kaufte, schloss er dazu die „Media Markt Plus Garantie“ ab und zahlte zusätzlich 70 Euro. „Plus Schutz“ heißt die zweijährige Versicherung für Mobilfunkgeräte. Sie sollte Ranneck zwei Jahre lang vor Reparaturkosten und den Kosten nach einem Diebstahl schützen – ein löchriger Schutz wie sich herausstellte.

Während des Sportunterrichts in der Berufsschule wurde Niko Ranneck das neue Handy aus der unverschlossenen Umkleidekabine gestohlen. Dort hatte er es im Rucksack aufbewahrt. Er erstattete Anzeige bei der Polizei. Von Media Markt erhoffte er sich ein neues Handy.

Media Markt verwies ihn an den Versicherer Domestic & General mit Sitz in Wiesbaden, der hinter der Plus Garantie steht. Aber der Versicherer zahlte nicht. Mithilfe seines Vaters klagte Niko Ranneck vor dem Amtsgericht Wiesbaden (Az. 93 C 193/11 [34]).

Er verlor den Prozess, weil im Kleingedruckten der Handyversicherung viele Leistungsausschlüsse stehen. Der Diebstahlschutz ist zum Beispiel ausgeschlossen, wenn ein Handy „auch nur kurzfristig unbeaufsichtigt abgelegt, in abgelegten Kleidungsstücken, abgestellten Taschen, Koffern oder Rucksäcken aufbewahrt wird“. Darauf berief sich der Versicherer und hatte vor Gericht Erfolg.

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