Der Fall Meldung

Claus Conzen will, dass die Hannoversche Leben ihre in der Standmitteilung gegebenen Garantien einlöst. Der Ombudsmann unterstützt ihn.

Wenn ein Lebensversicherer die jährliche Standmitteilung einer Kapitallebensversicherung so ge­stal­tet, dass die Schlussgewinnreserve als verbindlich dem Konto gutgeschrieben erscheint, ist er daran gebunden und kann die Zusage nicht zurücknehmen. Dies hat der Versicherungsom­buds­mann Professor Wolfgang Römer entschieden und in einer Empfehlung formuliert.

Beschwert hatte sich bei ihm Claus Conzen, der bei der Gesellschaft Hannoversche Leben mehrere Kapitallebensversicherungen abgeschlossen hat. Noch in der Standmitteilung für das Jahr 2000 waren die Schlussgewinnreserven als Teil seines Guthabens deklariert worden. In der Standmitteilung für 2001 ging die Hannoversche Leben von dieser Praxis ab und deklarierte die Schlussgewinnreserve als eine Reserve, die nicht garantiert sei. Conzen will nun erreichen, dass die Schlussgewinnreserven bis zum Jahr 2000 als verbindlicher Teil seines Guthabens festge­schrie­ben werden.

Der Versicherungsombudsmann hat ihm Recht gegeben. Die in der Standmitteilung für 2000 auf­­geführten Schlussgewinnre­ser­ven sollten „als fest zugesagte und nicht mehr rücknehmbare Be­träge“ in Conzens Verträge eingestellt werden, so Römer. Denn die Standmitteilung sei von der Hannoverschen Leben als „Ge­winngutschrift“ bezeichnet und wie ein Kontoauszug gestaltet worden. Sie habe die dort aufgeführten Beträge, einschließlich der Schlussgewinnreserve, „wie eine Bank“ gutgeschrieben und müsse sich verbindlich daran halten, empfiehlt Römer.

Die Hannoversche Leben hat dies jedoch abgelehnt. Daraufhin zog Conzen vors Amtsgericht Frankfurt am Main und bekam auch dort Recht (Az. 31 C 2480/04-78). Die Hannoversche Leben zeigt sich jedoch uneinsichtig und prozessiert weiter.

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