Der Fall Meldung

Katja Feldmann will nicht auf der mangelhaften Couch sitzenbleiben.

Katja Feldmann ist sauer: Die 599 Euro teure Couch vom „Poco Domäne“-Möbelmarkt an der Fuggerstraße in Köln zieht Fäden und hat Farbfehler. Sie hatte das Möbel mithilfe von Freunden selbst abgeholt. Die Mängel bemerkte sie erst daheim und reklamierte sofort. Daraufhin kam ein Poco-Mitarbeiter und fotografierte die Couch.

Ein neues Sofa hat Feldmann auch vier Wochen später noch nicht. Der Poco-Mitarbeiter will die Zustimmung des Herstellers einholen. Wenn die Couch tatsächlich ausgetauscht wird, soll Katja Feldmann außerdem 70 Euro für die Lieferung zahlen.

Beides verstößt gegen geltendes Recht: Für Mängel haftet der Verkäufer. Was der Hersteller dazu sagt, braucht den Käufer nicht zu interessieren. Der Verkäufer hat nachzubessern oder Ersatz zu liefern, und zwar kostenlos. So hat es der Europäische Gerichtshof entschieden (Az. C-87/09). Verbrauchern dürfen keine Kosten entstehen, wenn sie ihre Rechte wahrnehmen, hieß es zur Begründung. Deshalb muss der Verkäufer auch dann für die Ersatzlieferung aufkommen, wenn der Käufer die Ware ursprünglich selbst abgeholt hat.

„Poco Domäne“-Märkte beachten die gesetzlichen Regeln und liefern gegebenenfalls auch kostenlos Ersatz, versicherte eine Sprecherin des Unternehmens. Den Fall hatte Finanztest ihr anonym geschildert, sodass sie sich dazu nicht äußern konnte.

Tipp: Wenn Ihnen Ähnliches passiert, fordern Sie schriftlich Nachbesserung oder eine Ersatzlieferung. Schicken Sie das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein oder bringen Sie es mit Zeugen selbst zum Unternehmen. Setzen Sie eine Frist von mindestens drei Wochen und kündigen Sie rechtliche Schritte an, wenn die Firma nicht rechtzeitig zumindest verbindlich Abhilfe zusagt. Beachten Sie: Bei einer Klage über sechs Monate nach Kauf müssen Sie beweisen, dass die Ware schon bei Lieferung mangelhaft war.

Dieser Artikel ist hilfreich. 237 Nutzer finden das hilfreich.