Der Fall Meldung

4 745 Euro Schulden.
Bei einer Commerzbank-„Filiale der Zukunft“ hat Björn Instinsky ein Berufseinsteigerkonto abgeschlossen.

Böse Überraschung: Binnen einer Stunde waren 4 745 Euro vom neu eröffneten Berufseinsteigerkonto der Commerzbank abgeräumt. Taschendiebe hatten dem 28-jährigen Björn Instinsky die Geldbörse mit der ec-Karte geklaut. In der Börse war auch der Zettel, auf dem er verschlüsselt die Geheimzahl notiert hatte.

Das Berufseinsteigerkonto, ein kostenloses Girokonto, können junge Leute bis zum 30. Geburtstag nutzen: Auszubildende, Studierende und Schüler. „Ich dachte, bei Leuten mit wenig Geld passt die Bank den Verfügungsrahmen dem Vermögen an“, sagt Instinsky.

Der Hamburger hatte bei der Kontoeröffnung in einer „Filiale der Zukunft“ der Commerzbank seine Verhältnisse offengelegt. 800 Euro monatlich verdiente der 28-Jährige nach dem Studium als Call-Center-Mitarbeiter. Er bekam einen Dispositionskredit von 1 900 Euro eingeräumt. Dass er mit seinem Konto mehr Schulden haben könnte, hatte Instinsky nicht erwartet. Über die ec-Karte wurde nicht gesprochen. Diese erhielt er per Post.

Die Commerzbank will nicht für den Schaden aufkommen. Denn Björn Instinsky hat grob fahrlässig gehandelt. Das räumt der Hamburger ein. Die Geheimzahl hätte er nicht notieren dürfen, auch nicht verschlüsselt.

Aber dass er weder in der Werbung noch im Gespräch über die Bedingungen für das Konto aufgeklärt wurde, findet er unerhört. Instinsky hat jetzt eine Beschwerde an den Ombudsmann des Bundesverbandes deutscher Banken geschrieben und will notfalls vor Gericht ziehen.

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