Der Fall Meldung

Nach fast zwei Monaten Sperre können Sparer seit 25. März wieder Geld bei der Mercedes Benz Bank anlegen. Die Bank musste wegen Überlastung die Eröffnung von Tages- und Festgeldkonten stoppen. Attraktive Zinsen vor Jahresende hatten zu einer Verzehnfachung der Anträge geführt. Die Mitarbeiter arbeiten jetzt den Antragsstau ab, die Zinsen sind inzwischen ­allerdings stark gesunken.

„Falls Kunden dadurch finanzielle Nachteile entstanden sind, bieten wir Kulanzregelungen an“, sagt Pressesprecher Oliver Wihofszki auf Anfrage von Finanztest.

Auch Anlegerin Barbara Voß bekommt einen Ausgleich: Sie hatte Ende Dezember Anträge für Festgeld über sechs Monate, ein Jahr und sechs Jahre gestellt. Das Geld lag auf dem Girokonto wochenlang unverzinst bereit. Als sie irgendwann mit einem Bankmitarbeiter telefonieren konnte, riet dieser, das Geld wieder auf ihr ­Tagesgeldkonto zu legen. Er werde ­anrufen, bevor das Geld abgebucht werde. Als es so weit war, klappte auch das nicht. Das Girokonto war mehrere Tage zinspflichtig im Minus.

Fast drei Monate nach dem Antrag schrieb die Bank, Voß habe für die ­Anlage über sechs Jahre ein falsches Formular benutzt. Das beigelegte neue Formular war aber mit dem alten identisch. Der um Rat gefragte Mitarbeiter wollte gleich am Telefon den Auftrag bearbeiten, allerdings „nur zu tagesaktuellen Konditionen“.

Auf Anfrage von Finanztest bedauerte die Mercedes Benz Bank den Vorfall. Barbara Voß bekommt den Zinsschaden ersetzt und für die sechsjährige Geldanlage 4,6 Prozent Zinsen.

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