Der Fall Meldung

„Papa, mein Handyguthaben ist so schnell alle“. Dieser Klage seiner Tochter ging der Fuldaer Thomas Bolz auf den Grund. Er fand heraus, dass sein Kind ein Klingelton-Abo bei mload bestellt hatte.

Das Abo beendete die Firma auch prompt. Gezahlte Beträge rückte mload aber nicht raus. Die Tochter sei zwar minderjährig, ihre Geschäfte könnten vom Vater also grundsätzlich nachträglich gekippt werden. Aber hier greife der „Taschengeldparagraf“, nach dem die üblichen Geschäfte von Kindern eben doch verbindlich seien, meinte mload.

Viele Juristen sehen das im Fall von Klingelton-Abos anders. Das weiß wohl auch mload und überraschte auf Finanztest-Nachfrage mit einer neuen Begründung: Man zahle deshalb nichts zurück, weil Abo-Vertragspartner nicht die Kinder, sondern die geschäftsfähigen Eltern selber seien. Sie hätten zwar nichts bestellt, doch ihnen gehöre ja stets das Handy!

Von diesem Argument will sich Thomas Bolz nicht Bange machen lassen, er denkt über eine Klage nach. Zumindest das Amtsgericht Düsseldorf hat er auf seiner Seite. Das hält die Anbieterargumentation „in hohem Maße“ für falsch. Eltern könnten alle Beträge zurückfordern (Az. 52 C 17756/05).

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