Der Fall Meldung

Fürs Leben lernen: Die KfW stoppte den Studienkredit von Bastian Schmidt, weil er das Vordiplom nicht pünktlich ablegen konnte.

Am Anfang war alles, wie es sein sollte. Bastian Schmidt beantragte über die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg/Ratzeburg einen Studienkredit bei der staatlichen KfW-Förderbank. Ab November 2007 bekam er monatlich 600 Euro ausgezahlt. Doch im April 2008 mahnte die KfW den Elektrotechnik-Studenten, er solle nun den nach dem fünften Semester erforderlichen Leistungsbeleg bringen und sein Vordiplom nachweisen. Andernfalls ende die Auszahlung.

Bastian Schmidt war verwundert. Bei Vertragsabschluss war bereits ab­zusehen, dass er das Vordiplom erst im Sommer 2008 – also nach dem 6. Semester – ablegen könnte. Der Grund war die schwere Erkrankung seiner Mutter. Sie arbeitete selbstständig. Damit das Geschäft weiterlaufen konnte, übernahm Schmidt unter anderem die Buchhaltung und betreute Kunden.

Die Kreissparkasse hatte Bastian Schmidt in der Beratung mündlich versichert, dass das verspätete Vordiplom kein Problem sein werde.

Doch die KfW stellte die Zahlungen ein und bestätigte damit, was eine KfW-Sprecherin gegenüber Finanztest schon im Rahmen des jüngsten Tests von Studienkrediten gesagt hatte: „Alles, was vom Standard abweicht, kann die KfW nicht verarbeiten.“ (siehe Studienkredite: Geld für alle Semester aus Finanztest 9/2008). Zum konkreten Fall wollte die KfW sich nicht äußern. Sie stellte aber klar, dass der Kreditvertrag mit der KfW geschlossen wird, nicht mit dem Vertriebspartner. Im Vertrag mit der KfW steht eindeutig, dass der Student nach dem 5. Semester das Vordiplom nachweisen muss.

Weil Bastian Schmidt die finanzielle Unterstützung braucht, hat er jetzt einen Studienkredit bei der Deutschen Bank aufgenommen. Für sie war das verspätete Vordiplom kein Hindernis.

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