Vermieter Erwin Kiel* war geschockt. Sein Mieter Peter Lackner* hatte eine verwüstete Wohnung hinterlassen und war weg. Kiels Hoffnung: Das Kautionssparbuch mit fast 2 300 Euro.

Mieter Lackner hatte das Geld seinerzeit bei der Stadtsparkasse München auf ein eigenes Sparbuch eingezahlt. Das Sparbuch sollte zugunsten des Vermieters verpfändet werden. Weil noch Gesprächsbedarf zwischen den Mietparteien bestand, bestätigte die Bank die Verpfändung bei Einrichtung des Sparbuchs noch nicht. Bei Kiel zu Hause wurden sich beide einig. Der Vermieter behielt das Sparbuch und das von beiden unterschriebene Verpfändungsformular. Die Stelle im Formular, wo die Bank die Verpfändung hätte bestätigen müssen, blieb frei. Das Formular der Bank zu schicken, hielt Kiel für unnötig. Schließlich stand im Sparbuch „Kautionskonto“. Doch trotz des Sparbuchs gabs kein Geld von der Sparkasse. Der Mieter habe den Verlust des Buchs angezeigt und dann unter Vorlage seines Ausweises alles abgehoben.

Die Bank durfte das Geld auszahlen, denn das Sparbuch war nie wirksam verpfändet worden. Der Eintrag „Kautionskonto“ im Sparbuch ist bedeutungslos, solange die Bank die Verpfändung nicht bestätigt hat.

Das Trostpflaster für Vermieter Kiel: Aus Kulanz zahlte die Sparkasse die Hälfte der fehlenden Summe.

Tipp: Stellen Sie als Vermieter sicher, dass die Bank die Verpfändung bestätigt. Haken Sie so lange bei Mieter und Bank nach, bis Sie eine von allen Beteiligten unterschriebene Verpfändungsvereinbarung erhalten haben.

* Namen von der Redaktion geändert

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