Der Fall Meldung

Maja Joost kaufte sich Anfang Mai bei einem Segelausstatter in Kiel eine Softshelljacke für 89 Euro und bezahlte mit Kreditkarte. Zu Hause stellte die Studentin fest, dass die Jacke schlecht verarbeitet war. Sie reklamierte gleich am nächsten Tag. Der Händler nahm die Jacke zurück und wollte den Kaufpreis erstatten.

„Weil das Geld von der Kreditkartenzahlung noch nicht beim Händler war, wollte er meine Kontoverbindung haben“, erzählt Maja Joost. Nach zehn Tagen kamen dort aber nur 86,04 Euro an. Auf Nachfrage sagte der Händler, die fehlenden 2,96 Euro seien eine Kreditkartengebühr.

Die Gebühr gibt es zwar, denn Händler müssen verschiedene Kosten an Banken und Kreditkartenunternehmen zahlen. Aber bei einer Rückgabe des Artikels und Gutschrift des Kaufpreises muss der Händler eine Buchung in umgekehrter Reihenfolge auslösen. „Das geschieht üblicherweise durch ein Storno“, sagt Manfred Krüger von concardis, einem Dienstleister zur ­Abwicklung von Kreditkartenumsätzen. „Dann werden Händler und Kunde so gestellt, als wenn der Kauf nie stattgefunden hat“, versichert er.

Der Händler muss Maja Joost die ­fehlenden 2,96 Euro erstatten. Sie hat Anspruch auf den vollen Kaufpreis.

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