Der Fall Meldung

Wagen mit Winter­reifen gebucht? Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen!

In seinem Urlaub in Deutschland wollte Reiner W.*, der sonst in Spanien lebt, sicher reisen. Er buchte einen Wagen mit Winterreifen beim Vermieter Hertz, der für „Winterreifen / Schneeketten“ 86,20 Euro berechnete - plus Steuern.

W. war sauer, als er mit einem Defekt in eine Werkstatt musste und hörte, dass er mit Sommerreifen fahre. Erbost reklamierte er, bekam aber nur 50 Euro erstattet. „Aus Kulanz“ wie Hertz erklärte. W. habe gar keine Winterreifen, sondern Ketten gebucht.

Dann präsentierte ihm Hertz eine Rechnung für einen Stoßdämpfer, den W. durch falsche Montage von Ketten beschädigt haben soll. W. protestierte: Ketten habe er nie erhalten.

Tatsächlich hat er es von Hertz schriftlich, dass das Fahrzeug an­standslos ohne Schneeketten zurückgenommen wur­de. Zudem hatten Mitarbeiter die Reservierung mit dem Hinweis „WR!“ versehen und am Wagenschlüssel einen Anhänger mit dem Wort „Winterreifen“ befestigt.

Erst auf Nachfragen von Finanztest ging Hertz der Sache noch einmal nach und bestätigte, dass W. falsche Reifen bekam. Die Schadensrechnung hat Hertz jetzt zurückgezogen. Auch für fehlende Winterreifen muss W. nichts zahlen.

Tipp: Wenn Sie Winterreifen wollen, sollten Sie sie stets extra buchen und eine schriftlich Bestätigung fordern. Noch haben Vermieter keine Pflicht, Wagen mit Winterreifen auszurüsten. Erst ab kommendem Winter könnten sie nach einer Gesetzesänderung bei Schnee und Eis dazu verpflichtet sein.

* Name der Redaktion bekannt.

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