Der Fall Meldung

Dass Internetdienstleister GMX eine DSL-Flatrate für 0 Euro verspricht, im Kleingedruckten aber doch monatlich 19,99 Euro zusätzlich verlangt – geschenkt. Mit dem branchenüblichen Marktgeschrei hat Peter Hauswald aus Ottobrunn keine Probleme. Ihn ärgert etwas anderes:

Seit Ende April ist Hauswald DSL-Kunde bei GMX und zahlt neben einer Grundge­bühr dafür nach altem Tarif 6,99 Euro. So kam ihm die GMX-Mail mit dem 0-Euro-Angebot gerade recht. Darin wurde er persönlich angesprochen („Lieber Herr Hauswald“) und zum neuen Tarif hieß es schlicht „Jetzt für alle“. Damit stand für ihn fest: GMX macht ihm ein neues Angebot.

Doch weit gefehlt. GMX wollte ihn nicht aus dem unattraktiveren Vertrag entlassen. Für ihn sei das Angebot nicht bestimmt. Die Mail sei an alle verschickt worden – „ohne Berücksichtigung bereits ge­schlossener Verträge“.

Guter Stil ist das nicht. Doch erst auf Finanztest-Nachfrage räumte GMX das auch ein. In der Zukunft will GMX Bestandskunden nicht mehr mit trügerischen E-Mails enttäuschen. ­­Peter Hauswald darf nun doch den Vertrag wechseln – ausnahmsweise und aus Kulanz.

Einen Rechtsanspruch darauf hat er aber nicht. Solche Werbeschreiben sind keine verbindlichen Angebote. Interessiert sich der Kunde dafür, hat die Firma immer noch das letzte Wort, bevor es zum Vertragsschluss kommt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 102 Nutzer finden das hilfreich.