Der Fall Meldung

Trotz Umzug sollte Jeannette Schraag weiter für Telefon und DSL zahlen. Sie wehrte sich – mit Erfolg.

Für Jeannette Schraag aus München war der Fall klar: Da sie nach Westerstetten bei Ulm zog, wo ihr Telefonunternehmen M-Net keinen DSL- und Telefonanschluss anbietet, kündigte sie ihren Vertrag. Doch M-Net stellte sich quer: Der Vertrag laufe noch eineinhalb Jahre. Wenn die Kundin umziehe, sei das ihr Problem.

Doch Jeanette Schraag widerrief die Einzugsermächtigung. Daraufhin zog M-Net vor Gericht und pochte auf das Kleingedruckte. Danach müssen Kunden Monat für Monat weiter Bereitstellungsgebühren zahlen, wenn sie die Dienste von M-Net wegen eines Umzugs nicht mehr nutzen.

Jeannette Schraag hielt mithilfe des Münchner Anwalts Thomas Lange dagegen – und hatte Erfolg. Das Amtsgericht Ulm erklärte die Klausel von M-Net für unzulässig (Az. 2 C 211/08). Das Unternehmen müsse Kunden ein Kündigungsrecht zumindest für jene Fälle einräumen, in denen M-Net am neuen Ort seine Leistungen nicht erbringen kann. Jeannette Schraag muss also nicht weiterzahlen.

Tipp: So kundenfreundlich wie das Amtsgericht Ulm entscheiden viele Gerichte. Anders sieht es aber aus, wenn Ihr Vertragspartner Sie auch am neuen Wohnort mit Telefon und DSL versorgen kann. Dann müssen Sie weiterzahlen, wenn Ihr Vertrag das so vorsieht. Bitten Sie in diesem Fall um Kulanz. Viele Firmen lassen Kunden in solchen Fällen gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr aus dem Vertrag.

Dieser Artikel ist hilfreich. 314 Nutzer finden das hilfreich.