Der Fall Meldung

Erst vor Gericht gelang es ­Daniel Höffgen, die Verbindung zu Flexstrom zu kappen.

„Wir freuen uns, Sie als neuen Flexstrom-Kunden begrüßen zu dürfen“. Das schrieb der Berliner Stromanbieter seinem Hamburger Kunden Daniel Höffgen, nachdem der sich bei Flexstrom angemeldet hatte. Doch als gleich darauf Geld von seinem Konto eingezogen wurde, obwohl die Stromlieferung erst viel später beginnen sollte, stieg Höffgen aus dem Vertrag aus und der freundliche Ton der Geschäftsbeziehung wandelte sich.

Kunde Höffgen hatte sich auf sein Widerrufsrecht berufen. Dieses Recht haben alle Kunden, wenn sie im Internet Verträge schließen. Flexstrom akzeptierte den Widerruf aber nicht. Er sei zu spät gekommen.

Doch das stimmte nicht. Flexstrom hatte noch gar nicht richtig über das Widerrufsrecht informiert und erst mit regelgerechter Information beginnt die Widerrufsfrist zu laufen. Sie beträgt laut Kammergericht Berlin und Oberlandesgericht Hamburg vier Wochen (Az. 5 W 156/06 und Az. 407 O 301/05).

Flexstrom hatte lediglich auf der Homepage auf den Widerruf hingewiesen. Das reicht nur, wenn Kunden diesen Text auch herunterladen. Notwendig ist eine Belehrung in Textform – also etwa per E-Mail oder Brief.

Doch Flexstrom ließ den Kunden nicht vom Haken und machte mit Mahnungen Druck. Flexstrom blieb auch stur, als Höffgens Anwalt Armin Rohde aus Hamburg über die Urteile informierte. So ging die Sache vor Gericht. Auch hier bedurfte es vieler Schreiben, bis Flexstrom bestätigte, dass Daniel Höffgen seinen Vertrag wirksam widerrufen hatte. Er ist jetzt wieder Vattenfall-Kunde.

Tipp: Nach Ansicht der Gerichte beginnt die Widerrufsfrist erst, wenn Verkäufer per Brief oder E-Mail darüber belehren. Haben Sie widerrufen und will die Firma trotzdem, dass Sie bis zum nächsten Kündigungstermin Kunde bleiben, sollten Sie Rat von Anwalt oder Verbraucherzentrale suchen.

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