Der Fall Meldung

Brigitte Müller konnte den irrtümlich abgeschlossenen Vertrag zurückgeben. Er hätte sie 1 000 Euro gekostet.

Auf seltsame Weise kam Brigitte Müller aus dem sächsischen Zschopau zu einer Senioren-Unfallpolice der Nürnberger Versicherung, die sie eigentlich gar nicht haben wollte. Begonnen habe alles damit, dass eine „Dame von den Maltesern“ anrief und für die Versicherung warb, berichtet sie. Der Vertrag sei monatlich kündbar. „Ich hatte Vertrauen“, sagt sie, „ich dach­te, Malteser kann nichts Schlechtes sein.“

Sie willigte in einen Vertreterbesuch ein und unterschrieb. Erst später merkte sie, dass sie einen Fünfjahresvertrag bei der Saarbrücker Versicherungsagentur Dieter Brucker abgeschlossen hatte. Sofort versuchte sie zu kündigen, doch das war, anders als sie es am Telefon verstanden hatte, nicht möglich.

Finanztest fragte bei den Maltesern nach: Sie verkaufen keine Versicherungen. Der Malteser Hilfsdienst leiste le­diglich Hilfe im Auftrag der Nürnberger, wenn ein  Ver­­sicherter einen Unfall hatte, erklärte sein Leiter.

Wer hat also bei Müllers angerufen? Die Agentur Brucker betreibt Telemarketing. Sie betont jedoch wie die Nürnberger, es würden nur Leute angerufen, die in eine Kontaktaufnahme eingewilligt hätten. Bis Redaktionsschluss konnte die Nürnberger uns aber noch nicht erklären, wie die Agentur an Müllers Nummer gekommen ist. Brigitte Müller ist sicher, dass sie unaufgefordert angerufen wurde.

Nach Darstellung der Nürnberger sind ihre Telefonwerber verpflichtet, sich als Mitarbeiter der Agentur und nicht als Malteser vorzustellen. Das sei auch in diesem Fall geschehen. Aussage steht gegen Aussage.

Immerhin: Die Nürnberger bemühte sich rasch um Aufklärung, entschuldigte sich für das „bedauerliche Missverständnis“ und hob den Vertrag auf.

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