Der Fall Meldung

Yusuf Cacan ist Opfer eines ebay-Betrugs. Sein Geld überwies er an eine Hamburgerin. Doch die muss nichts zurückzahlen.

Yusuf Cacan war arglos, als er bei der Onlineauktion von ebay zuschlug: Ein Teilnehmer mit vielen positiven Bewertungen hatte günstige Kameras angeboten. Cacan kaufte zwei, zahlte 658 Euro – und damit viel Lehrgeld. Die Ware kam nicht und den Prozess auf Rückzahlung vor dem Amtsgericht Hamburg hat er jetzt verloren (Az. 916 C 759/04).

Yusuf Cacan ist Opfer eines Betrügers, der das ebay-Konto eines ­redlichen Teilnehmers der Auktionsplattform geknackt hatte. Der Betrüger hatte Bankdaten und Geldempfänger geändert und selbst die Kameras eingestellt. So etwas geht, wenn er zuvor das ebay-Passwort ausgespäht oder erraten hat.

Einziger Anhaltspunkt in solchen Fällen: das Konto. Cacan und neun weitere Opfer sollten an eine Monika W. aus Hamburg überweisen. Gegen sie ging er vor, als der Betrug offenbar wurde. Doch vor Gericht erklärte W., sie habe das Geld einem Fremden namens Bartek ­gegeben, der sie um diesen Dienst gebeten hätte.

Unfassbar für Cacan: Frau W. ist aus dem Schneider. Die Richterin entschied, es sei nicht erwiesen, dass sie der Anbieter sei. Doch nur für den hätten die Käufer überwiesen. Tatsächlich bietet das deutsche Recht hier keine Handhabe gegen Frau W. Ob sie Betrügerin, Helferin oder schlicht naiv ist, prüfte das Gericht nicht.

Ersatzansprüche gegen W. hätte Cacan nur, wenn die Polizei sie als Täterin oder Betrugshelferin ermitteln würde. Doch die Ermittlungen gegen W. hat die Hamburger Polizei eingestellt.

Tipp: Überweisen Sie nicht, wenn Kontoinhaber und Verkäufer abweichen und melden Sie es. Ebay findet heraus, ob Betrug im Spiel ist. Erstatten Sie Anzeige. Stellen Sie bei ebay einen Antrag auf ­Käuferschutz. So bekommen Sie einen Teil des Geldes zurück.

Dieser Artikel ist hilfreich. 442 Nutzer finden das hilfreich.