Der Fall Meldung

Ärger mit der Allgemeinen Deutschen ­Direktbank: Trotz ausdrücklicher Zu­sicherung der Bank wurden Ralf Kothes Kundendaten weitergegeben.

Bei einem Einbruch wurden Ralf Kothe aus Berlin Kredit- und ec-Karte gestohlen. Da er wusste, was zu tun war, um weiteren Schaden zu vermeiden, ließ er die Karten sperren und löste sein Konto bei der Allgemeinen Deutschen Direktbank DiBa auf. Doch bis die Kontoauflösung endgültig über die Bühne gegangen war, konnte der Dieb noch 34-mal per Lastschriftverfahren einkaufen. Ralf Kothe widersprach der Einlösung dieser Lastschriften schriftlich bei der DiBa, und sie wurden storniert. So weit, so gut.

Die Geschäfte sind über solche Stornierungen nicht begeistert. Sie bitten in der Regel die Bank um die Adresse des Kunden, um auf diesem Weg an ihr Geld zu kommen. So auch in diesem Fall. Zwar hatte Ralf Kothe zusammen mit seinen Widersprüchen der DiBa die Weitergabe seiner Daten untersagt. Doch obwohl die DiBa ihm mehrfach Datenschutz zusagte, gab sie seine Adresse an ein Geschäft weiter, das Kothe seitdem mit Mahnungen unter Druck setzt. Dabei muss er nicht zahlen, wenn seine Karte missbraucht wurde.

Die DiBa hätte Kothes Daten nicht weitergeben dürfen. Nur wenn ein Berechtigter mit der Karte einkauft, ist bei einem Scheitern der Lastschrifteinlösung die Weitergabe der Käuferdaten in Ordnung. Denn mit der Lastschrift hat sich der Käufer mit der Weitergabe dieser Daten einverstanden erklärt, die eigentlich dem Bankgeheimnis unterliegen.

Benutzt jedoch ein Dritter unrechtmäßig die Karte, so gilt dieses Einverständnis nicht. Die Bank versichert, dass die Weitergabe der Daten ein einmaliges Versehen gewesen sei. Es werde nicht wieder vorkommen.

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