Der Fall Meldung

474 Euro „für nichts“. Peter Barnes soll für Internetangebote zahlen, die er nie gesehen hat.

Umsonst heißt nicht kostenlos. Umsonst surfte Peter Barnes auf eine Webseite, die mit „Gratis-Erotik“ lockte. Nackte Tatsachen sah er nie, berichtet Barnes. Aber kostenlos war es nicht. Die Firma mcn tele.com AG will 474,14 Euro von ihm.

Schuld an der Rechnung ist ein Einwählprogramm (Dialer), das die Internetverbindung über eine teure 0 190-Nummer herstellt. Barnes hatte sich den Dialer bewusst heruntergeladen. Er sollte ihm für 55 Euro einen Tag lang den Erotikzugang ermöglichen. So versprach es die Webseite. „Einmal wollte ich das auch zahlen“, sagt Barnes. Nach dem Download erschien der Dialer als Symbol auf dem Bildschirm. Doch als er draufklickte, passierte nichts. Genervt klickte er noch ein paarmal ­ — und jeder Klick wurde berechnet. Dass er das nicht gewollt hatte, liegt auf der Hand. Da pro Tag abgerechnet wird, hätte er nichts von einer mehrfachen Einwahl. Barnes beschwerte sich. Die Firma mcn will zwar 250 Euro erlassen, besteht aber auf dem Rest.

Das Thema „Dialerärger“ ist damit um eine Variante reicher. Peter Barnes Dialer hat sich nicht auf seinem PC eingeschlichen und auch die Kosten nicht verheimlicht. Er hat offenbar einfach nicht funktioniert.

Sollte es jetzt zu einem Rechtsstreit kommen, wäre seine Situation nicht schlecht. Er hat den Dialer auf Diskette gespeichert und die Liste der besuchten Webseiten ausgedruckt. Seine Frau kann alles bezeugen. Zudem hat Barnes die Statistik auf seiner Seite. Es sind kaum Fälle bekannt, in denen Anbieter kostenpflichtiger Internetinhalte vermeintliche Nutzer verklagt haben, die nicht zahlen wollen.

Tipp: Sichern Sie bei einem Dialerproblem den Dialer auf Diskette. So können Sie unter www.regtp.de prüfen, ob der Dialer bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post registriert ist. Ist er es nicht, muss nach Ansicht der Regulierungsbehörde auf keinen Fall gezahlt werden.

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