Mohammed Khalfan*) erschrak gehörig, als ihm im vergangenen Oktober die Deutsche Bank 24 das Konto sperrte. Vor allem die Begründung bereitete ihm Sorgen: Im Rahmen der Rasterfahndung nach Al-Kaida-Mitgliedern werde auch nach einer Person mit Khalfans Namen gefahndet. Die Bank forderte ihn auf, sich umgehend in seiner Mannheimer Filiale zu identifizieren. Das Konto hielt die Bank vorerst unter Verschluss.

Aus beruflichen Gründen hielt sich der junge PR-Berater gerade für einige Wochen in Berlin auf und bemühte sich zunächst darum, im Gespräch bei einer Berliner Filiale der Deutschen Bank 24 den Terrorismusverdacht zu entkräften. Erst nach langem Hin und Her bekam Mohammed Khalfan wieder Zugang zu seinem Konto, insgesamt fast zwei Wochen musste er warten und sich so lange Geld von Freunden leihen. Dabei war der Name Mohammed Khalfan gar nicht auf der Warnliste des Wirtschaftsministeriums, aufgrund derer die Sperrung vollzogen wurde.

Kein Grund für die Deutsche Bank 24, sich bei Mohammed Khalfan für den Ärger zu entschuldigen: Man habe das Konto gesperrt aufgrund einer Übereinstimmung seines Nachnamens mit dem Vornamen des mutmaßlichen Terroristen Ahmed Khalfan Ghailani. Daneben hätte es auch teilweise Übereinstimmungen von Khalfans Geburtsdatum mit einem der vier angebenen Geburtsdaten des Gesuchten gegeben.

Die Kreditinstitute scheinen mit dem Job als Terroristenjäger überfordert zu sein. Das glaubt auch Daniela Henschel, Sprecherin der Deutschen Bundesbank. „Wir haben schon oft von Fehlern bei Kontosperrungen gehört.“ Finanztest kommt zum gleichen Befund: Wir haben unter arabischen Mitbürgern in Mannheim stichprobenartig nachgefragt. Von zehn befragten Menschen mit dem Nachnamen „Ahmed“ berichteten gleich zwei von Kontensperrungen.

*) Name von der Redaktion geändert

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