Der Fall Meldung

Francesca Brunetta wartete in Mailand vergebens auf den Flieger von BerlinJet.

Mailand ist schön. Trotzdem freute sich die Wahl-Berlinerin Francesca Brunetta wieder auf zu Hause. Der Rückflug war gebucht, das Ticket hatte sie – nur der Flieger war nicht da. Das günstige Angebot des Billigfliegers BerlinJet – hin und zurück für 110 Euro – wurde ein teurer Spaß. Denn sie musste für satte 230 Euro mit Swiss zurück nach Berlin fliegen.

Ähnlich wie Francesca Brunetta ging es in der letzten Februarwoche dieses Jahres vielen Kunden von BerlinJet. Der Billiganbieter stellte am 19. Februar den Flugbetrieb ein. Der Grund war bei Redaktionsschluss noch unklar.

Was tun mit den zusätzlich entstandenen Kosten? Nachdem die ersten Flüge gestrichen waren, versprach BerlinJet den Kunden die Erstattung ihrer Kosten. Auch Francesca Brunetta faxte dem Unternehmen ihre Quittungen. Bei Redaktionsschluss wartete sie noch.

Solange ein Anbieter noch nicht Insolvenz angemeldet hat, müssen sich die Sitzengelassenen tatsächlich an das Unternehmen selbst wenden und ihr Geld zurückverlangen.

Hätte Francesca Brunetta die BerlinJet-Tickets per Lastschriftverfahren bezahlt, könnte sie bei ihrer Bank der Abbuchung widersprechen und das Geld zurückbuchen lassen.

Wird ein Insolvenzverfahren eröffnet und sie hat ihr Geld immer noch nicht, muss sie wie alle Betroffenen ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden. Dann sollte Francesca Brunetta diesem am besten schriftlich den Fall und ihre Ansprüche darlegen und alle Unterlagen beilegen.

Sie reiht sich dann in die Schlange der Schuldner ein. Am Ende des Insolvenzverfahrens sieht sie vielleicht ihr Geld – zum Teil – wieder. Das nächste Mal fliegt sie jedenfalls gleich mit Swiss nach Mailand.

Tipp: Manchmal haben Kunden ein Rückbuchungsrecht. Dann können sie vor der Reise versuchen, ihre Buchung rückgängig zu machen und ihr Geld zurückzubekommen. Allerdings sind bei extrem niedrigen Flugpreisen die Bearbeitungsgebühren dafür oft fast genauso hoch wie die Rückzahlung.

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