Der Fall Meldung

Guido Klemann aus Berlin ist sauer auf die DKB. Das Kreditinstitut hat seine Wertpapierorder in Form von 28 Einzelaufträgen ausgeführt – und dafür 28-mal Kaufgebühren kassiert.

Der Wertpapierkauf, den Guido Klemann im Mai 2009 über seine Bank DKB in Auftrag gegeben hatte, ging gründlich in die Hose. Für 7 000 Euro wollte der Berliner Anleger eine Bundesanleihe kaufen, deren Wertpapierkennnummer er angab. Doch so einfach war sein Wunsch nicht zu erfüllen. Da ausnahmsweise jedes Papier dieser Anleihe eine andere Kennnummer trug und der Kunde mit seinem Anlagebetrag mehrere gekauft hätte, konnte die DKB den Auftrag nicht ausführen und stornierte ihn.

So weit, so korrekt. Doch plötzlich kaufte die DKB trotz des Stornos Papiere mit anderer Kennnummer als in der Kundenorder genannt. Freuen konnte sich Guido Klemann über diese Flexibilität der DBK nicht. Denn die Bank hatte seine ursprüngliche Einzelorder in Form von 28 Einzelkäufen vergleichbarer Papiere ausgeführt – und dafür auch 28-mal Kaufgebühren berechnet. Dafür buchte die DKB am Ende insgesamt 346,60 Euro vom Konto ihres Kunden ab.

Klemann wollte das nicht hinnehmen. Als Beschwerden nichts brachten, wandte er sich an Klaus Wangard, den Ombudsmann der öffentlichen Banken. Der entschied den Fall mit klaren Worten. Wenn der Anleger ein Papier mit einer bestimmten Kennnummer ordere, dann könne die DKB nicht eigenmächtig Papiere mit anderen Nummern kaufen.

Wenn der Kauf eines gewünschten Papiers nicht möglich sei, dann müsse die DKB mit dem Kunden sprechen und das weitere Vorgehen absprechen. Da sie aber ohne wirksame Kauforder gehandelt habe, müsse sie die hohen Kaufgebühren erstatten. Selbst wenn man der DKB keine Gebührenschneiderei unterstelle, sei ihr Handeln nicht hinnehmbar.

Ende gut, alles gut? Leider nicht. Der Spruch des Ombudsmanns ist unverbindlich und die DKB akzeptiert ihn nicht. Sie will lediglich aus Kulanz einen Teil der Gebühren erstatten. Dem Anleger bleibt jetzt also nur noch der Gang zum Gericht.

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