Der Fall Meldung

Bankberatung paradox: 1 500 Euro Provision für die Commerzbank, mehr als 12 000 Euro Verlust für Commerzbank-Kundin Anneliese Schrader.

Eigentlich war Anneliese Schrader nur zur Commerzbank gegangen, um nach dem Tod ihres Mannes das gemeinsame Sparbuch auf ihren Namen umschreiben zu lassen. Doch in der Bank verwickelte die Filialleiterin die 80-Jährige in ein Beratungsgespräch. Heute ist die Rentnerin um mehr als zehn­tausend Euro ärmer. Sie fühlt sich von der Beraterin betrogen.

Die Beraterin hatte ihr Ende Mai geraten, den offenen Immobilienfonds Haus Invest Europa aufzulösen und das Geld in den neuen Commerzbank Dachfonds Premium Management Immobilien zu investieren. Der Dachfonds sei besser, weil er in mehrere offene Immobilienfonds investiere.

Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits etliche Unterfonds des Dachfonds große Probleme. Doch die Rentnerin vertraute der Beraterin, löste den Haus Invest Europa auf und kaufte von dem gesamten Geld Anteile des neuen riskanteren Dachfonds. Dafür kassierte die Bank mehr als 1 500 Euro Provision.

Am 24. September spricht die Beraterin auf Schraders Anrufbeantworter, dass der Dachfonds kurz vor der Schließung stehe. Doch dieser Anruf erreicht die 80-Jährige erst einen Tag später. Ihre sofort erteilte Verkaufsorder kann nicht mehr ausgeführt werden. Drei Tage später bekommt sie einen Brief von der Commerzbank. Lapidar heißt es: „Es konnte leider keine Ausführung mehr vorgenommen werden. Daher bleibt alles so, wie es war.“

Für die Rentnerin aber bleibt nichts wie es war. Sie kommt nur noch an das Geld, wenn sie ihre Anteile an der Börse verkauft. Aber das würde mehr als 12 000 Euro Verlust bedeuten (Stand 30. November 2010).

Die Commerzbank wollte auf die Frage, warum sie einer Kundin einen Dachfonds empfiehlt, in dem verschiedene Unterfonds bereits geschlossen sind, keine Antwort geben..

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