Frauke Schwab* hat den Glauben an Wohnungsmakler verloren. Bei ihrer Suche nach einer Mietwohnung legten ihr gleich zwei Vermittler Verträge zur Unterschrift vor, die ihr spanisch vorkamen.

Ein Makler bestand auf der ­Vereinbarung einer „Be­reit­haltungs­­gebühr“ von 140 Euro. Die sollte Schwab zahlen, wenn sie die Wohnung am Ende doch nicht nehmen würde. Schweren Herzens un­ter­schrieb sie. Die Wohnung gefiel ihr, und sie wollte ihre Chancen wahren.

Nebenher suchte sie weiter und traf auf ein Darmstädter Immobilienunternehmen. Auch das wollte sich absichern und verlangte 75 Euro „Aufwandsentschä­di­gung“ für den Fall, dass Schwab die Wohnung nach einer „verbindlichen Zusage“ doch nicht miete.

Frauke Schwab ließ sich nicht darauf ein, hätte es aber folgenlos tun können. Denn solche pauschalen Regelungen sind rechtswidrig und gelten daher nicht, sagt der Anwalt Dr. Falk Schulz aus Münster. „Frau Schwab müsste die Summen in keinem Fall bezahlen.“ Laut Wohnungsvermittlungsgesetz dürfen Mietwohnungsmakler nur kassieren, wenn ihr Kunde den Mietvertrag unterschreibt. Erlaubt sind als Provision zwei Monatskaltmieten zuzüglich der Mehrwertsteuer. Schreibgebühren oder Erstattungen von Auslagen sind in der Regel ausgeschlossen.

Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn Makler und Auftraggeber ausdrücklich vereinbaren, dass beim Nichtzustandekommen des Mietvertrags „die nachweisbar entstandenen Auslagen zu erstatten sind“, ist das rechtens. „Hier muss der Makler dann aber im Zweifel jede Briefmarke belegen.“

*Name geändert.

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