Der Fall Meldung

Daniel K. kennt sich mit Münzen aus. Und mit dem Urheberrecht. Der findige Rheinland-Pfälzer hat eine bei ebay heiß gehandelte WM-Gedenkmünze fotografiert und das Foto im Netz veröffentlicht. Schätzungsweise 50 ebay-Verkäufer haben das Bild kopiert und für die eigene Versteigerung ihrer WM-Münze genutzt. Das ist bequem. Erlaubt ist es nicht. Nun bekommen sie die Quittung.

Daniel K. hat offenbar ein digitales Wasserzeichen in sein Foto eingebaut und kann nachvollziehen, wer es nutzt. Bei eEbay hat er die Daten der Verkäufer ermittelt, sein Anwalt verschickt nun Abmahnungen.

In einem Finanztest vorliegenden Fall sieht das so aus: Der Nutzer des Bildes soll erklären, dies zu unterlassen, und 250 Euro Schadenersatz sowie die Anwaltskosten von 265,70 Euro zahlen.

Aus dem Kreis der Betroffenen, die wohl zumeist arglos das Bild verwendet haben, ist zu hören, dass manche die Forderung akzeptieren. Andere wollen nur einen geringeren Schadenersatz zahlen. Eines dürfte feststehen: Daniel K. wird durch den rechtswidrigen Fehlgriff unbedarfter ebay-Nutzer viel Geld verdienen.

Tipps: Lassen Sie die Finger von fremden Bildern, auch wenn Sie keinen Copyright-Hinweis sehen. Mahnt man Sie ab, sollten Sie zu einem spezialisierten Anwalt gehen. Er klärt, ob der Abmahnende wirklich Urheber des Bildes ist. Dass er von ebay Ihre Daten erhalten hat, ist noch kein Beleg. Der Anwalt klärt auch, ob die Schadenersatzforderung angemessen ist und der gegnerische Anwalt den Streitwert richtig angesetzt hat. Das ist wichtig, da sich danach das Anwaltshonorar berechnet.

Im Fall von Daniel K. stimmt der Streitwert. „Oft ist er aber viel zu hoch“, berichtet Marco Brock aus Wetzlar. Er ist Anwalt eines Betroffenen und rät: „Suchen Sie den Kontakt zu anderen Abgemahnten. Zeigt sich, dass es der Abmahnende in erster Linie auf Einnahmen durch massenhafte Abmahnungen angelegt hat, müssen Sie nicht zahlen.“

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