Der Fall Meldung

Wer mehr als 60 Euro im Jahr für sein Girokonto zahlt, sollte wechseln. Das schrieb ­Finanztest im Jahr 2002 und motivierte damit auch eine Mitarbeiterin des Hauses zum Wechsel. Ihr Konto bei der Berliner Bank kostete 184 Euro plus Portogebühren.

Sie wechselte zur Postbank und wählte das kostenlose Konto „Giro plus“. Der „Kontowechsel-Service“ der Postbank funktionierte. Innerhalb weniger Tage richtete die Postbank ein Girokonto ein, schickte Ummeldekarten für Daueraufträge sowie eine kostenlose ec-und Visa-Karte. Außerdem kündigte die Postbank im Namen ihrer Kundin das Girokonto bei der Berliner Bank zum 31. Dezember 2002.

Doch bei der Berliner Bank funktionierte nichts. Trotz Kündigung überwies sie das Guthaben der Finanztest-Mitarbeiterin nicht auf das Postbank-Konto. Eine Nachfrage am 2. Januar 2003 ergab, dass das Konto wegen der Feiertage noch nicht abgerechnet worden sei. Außerdem könnten ja noch Abbuchungen aus dem Dezember eingehen. Das Geld werde aber spätestens bis zum Dienstag, den 7. Januar, überwiesen. Das geschah aber nicht. Dafür gab es die erste Abbuchung vom neuen Konto, das nun ins Minus rutschte.

Am 10. Januar – das Geld war immer noch nicht auf dem neuen Konto eingegangen – erklärte eine Mitarbeiterin der zuständigen Berliner-Bank-Filiale: „Das wird wohl an den Feiertagen liegen.“ Das lasse sich nur über die Zentrale der Bank klären. Die Exkundin der Bank wies darauf hin, dass laut Überweisungsgesetz maximal drei Werktage für die Wertstellung erlaubt sind. Den Hinweis kommentierte die Bankmitarbeiterin mit den Worten. „Wenn Sie alles besser wissen, von drei Werktagen Frist weiß ich nichts.“

Später rief die Mitarbeiterin zurück. Sie entschuldigte sich für das Versäumnis der Bank. „Da ist uns ein Fehler unterlaufen. Selbst­verständlich können Sie uns anfallende Überziehungszinsen in Rechnung stellen.“ Hatte sie vielleicht inzwischen in den Unterlagen der Bank gesehen, dass die Kundin bei FINANZ­­test arbeitet? Am Nachmittag des 13. ­Januar traf das Geld ein.

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