Günther Meier* ist eigentlich der Idealkunde für die private Krankenversicherung: Mit 26 Jahren schloss er – ohne Vorerkrankungen – seinen Versicherungsvertrag bei der Vereinten Krankenversicherung ab und ist dort seit mittlerweile 14 Jahren versichert.

„Bisher waren die jährlichen Beitragssteigerungen um die 10 Prozent“, so Meier. Doch zum 1. Januar erhöhte die Versicherung den Monatsbeitrag für seinen Ambulanttarif – den Vertrag für die Behandlung beim Arzt – um 42,37 Euro auf 157,93 Euro. „Eine Erhöhung um 37 Prozent – das ist ja fast sittenwidrig“, empört sich der Kunde.

Insgesamt verteuerte sich der Krankenversicherungsschutz für Meier und seine Tochter um fast 21 Prozent auf 382,57 Euro. Und das, nachdem die Vereinte noch im August angekündigt hatte, ihre „Beitragsanpassungen“ würden deutlich unter 10 Prozent bleiben.

Im Durchschnitt seien die Beiträge bei der Vereinten sogar nur um 5 Prozent gestiegen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Gerade bei den Ambulanttarifen mache sich aber die Kostenexplosion im Gesundheitswesen am deutlichsten bemerkbar. Die Ausgaben für Arzthonorare und Medikamente seien in der privaten Krankenversicherung noch stärker als in der gesetzlichen gestiegen. Liegen die tatsächlichen Gesundheitsausgaben um mehr als 10 Prozent über den kalkulierten, dann muss das Unternehmen die Beiträge erhöhen.

Wie es zu einem so dramatischen Beitragssprung wie bei Herrn Meier kam, konnte die Vereinte-Sprecherin nicht erklären. Sie empfahl dem Kunden, einen anderen Tarif des Unternehmens mit günstigeren Beiträgen zu suchen. Nach dem Versicherungsvertragsgesetz haben Kunden nämlich das Recht, bei Beitragserhöhung in einen gleichartigen Tarif desselben Unternehmens zu wechseln.

* Name von der Redaktion geändert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 78 Nutzer finden das hilfreich.