Der Fall Ausbildungspolice bis 60

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Der Freund der besten Freundin arbeitete für den Finanzdienstleister AWD. Über ihn geriet Susanne Joo-Hyun Chehade, 43, im August 2000 an eine fondsgebundene Lebensversicherung mit 30 Jahren Laufzeit: „Ich wollte etwas für die Ausbildung meiner Tochter tun.“ Die Deutsche koreanischer Herkunft schloss eine Lebensversicherung bei der Aspecta für die damals siebenjährige Dana ab.

„Happy Kids“ heißt die Police. Ein tolles Ding sei das, erklärte der AWD-Vermittler. Dauernd könne die Mutter Geld entnehmen, für Danas Schüleraustausch, Führerschein oder Ausbildung. Seit siebeneinhalb Jahren zahlt Chehade knapp 68 Euro im Monat ein. Doch wegen der Abschlusskosten, die ihr in Rechnung gestellt wurden, hat sie bis jetzt noch nicht einmal so viel Geld im Topf, wie sie bisher überwiesen hat.

Irgendwann meldete sich ein Ralf Herbert als neuer AWD-Vertreter bei ihr. Er besuchte sie wegen einer Hausratversicherung. Chehade erteilte ihm eine Generalvollmacht für die Erledigung ihrer Versicherungsangelegenheiten. Später hörte sie nichts mehr von ihm. Kein Wunder: Er war längst nicht mehr beim AWD.

Vorher hatte Herbert die Happy-Kids-Police noch bis zum Jahr 2053 verlängert. 23 Jahre Beiträge haben ihm wohl ein paar hundert Euro Zusatzprovision beschert, die sie bezahlt habe, mutmaßt Susanne Chehade. Ein AWD-Sprecher, der solche Zahlungen zunächst prinzipiell bestätigt hatte, bestritt später, dass in diesem Fall eine zusätzliche Provision geflossen sei.

Susanne Chehade fiel die Vertragsverlängerung erst im Gepräch mit einer fachkundigen Freundin auf. 89 Jahre wäre sie beim neuen Vertragsende, ihre heute 15-jährige Tochter Dana 60. Die Aspecta wird die Laufzeit wieder auf den ursprünglichen Ablauf kürzen.

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