Der Fall Meldung

Thorsten Kröger ist empört. Sein Autoversicherer Asstel hat ihm ohne Grund gekündigt.

Thorsten Kröger aus Bochum ist verärgert. „Ich erhielt eine Kündigung von der Asstel-Autoversicherung ohne Begründung. Ich habe die Beiträge immer gezahlt und hatte keinen Schaden.“ So wie dem 42-jährigen Freiberufler ging es vielen Asstel-Kunden. Finanztest hat zahlreiche E-Mails bekommen, in denen Leser ihrem Ärger über den Autoversicherer Luft machen. „Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass sie massenhaft Kunden gekündigt hätten. Die Mathematiker hätten sich verkalkuliert“, berichtet Kröger.

Marco Knisse aus Braunschweig erfuhr auf Nachfrage, dass sein Vertrag wegen der schlechten Geschäftslage gekündigt wurde. Er ist ratlos: „Wenn es der Firma schlecht geht, dann wirft man auch noch Kunden hinaus, die brav zahlen, aber die Versicherung nicht in Anspruch nehmen? Das ist ein ganz neues Konzept.“

„Die Verträge wurden gekündigt, weil das Missverhältnis zwischen Risiko und Prämie in den Einzelfällen zu stark war“, erklärte Katja Klopsch, Sprecherin des Direktversicherers. Unklar bleibt, nach welchen Kriterien die Asstel kündigt. Liegt es am Wagen der Kunden, am Alter, ihrer Wohngegend oder ihrem Beruf? „Die Risikomerkmale und deren Kombination sind von Vertrag zu Vertrag sehr unterschiedlich“, sagt Klopsch nur.

Zulässig sind die Kündigungen. Denn wie ihre Kunden können auch die Versicherungsgesellschaften Verträge zu bestimmten Terminen kündigen. Nur einen Kfz-Haftpflichtschutz mit gesetzlicher Mindestdeckung müssen sie jedem anbieten.

Die Empfänger der Schreiben sollten der Kündigung durch den Versicherer am besten zuvorkommen und selbst kündigen. Das bietet die Asstel ausdrücklich an. Denn wenn der alte Versicherer kündigt, ist die Suche nach einem neuen oft mühsam. Manche Gesellschaften lehnen solche Kunden rundweg ab.

Noch im Oktober hatte sich die Asstel in Pressemitteilungen mit ihrem angeblich sehr guten Kundenservice gebrüstet. Doch Kröger hat genug. Er will nun auch seine Hausratversicherung bei der Asstel kündigen. Knisse hat schon einen neuen Autoversicherer gefunden, der kaum teurer ist. „Und die haben eine Filiale hier. Ich habe jetzt einen Ansprechpartner in der Nähe.“

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