Der Fall Meldung

Anton Hartmann ärgert sich über die bescheidene Verzinsung seiner Anleihe.

Feuer und Flamme war Anton Hartmann nicht unbedingt, als er im Sommer 2004 die gleichnamige Anleihe der Bayerischen Landesbank zeichnete. Aber für attraktiv hielt er das Papier durchaus – nicht nur wegen des garantierten Zinses von 8 Prozent fürs erste Jahr. Die Verzinsung in den Folgejahren richtet sich nach der Entwicklung des Zinsbarometers Euribor und des Europa-Aktienindexes Euro Stoxx 50. Und für den Aktienmarkt war Hartmann zuversichtlich.

Einen entscheidenden Passus in den Bedingungen der Anleihe hat der ansonsten wohlinformierte Anleger allerdings übersehen: Die gute Euro-Stoxx-Entwicklung nützt herzlich wenig, wenn, wie in der jüngeren Vergangenheit, gleichzeitig der Euribor stark nach oben geht. Der 2-prozentige Jahresbonus für den Aktienmarkt kann dann weitgehend oder vollständig aufgezehrt werden. So auch im vergangenen Jahr, als die Anleihe kümmerliche 0,7 Prozent brachte. Und Besserung wäre nur in Sicht, wenn das allgemeine Zinsniveau bis zur Fälligkeit der Anleihe im Jahr 2012 eher fallen als steigen sollte.

Zwar wird Anton Hartmann mit „Feuer und Flamme“ kein Geld verbrennen, aber am Ende könnte die Rendite nur 1 bis 2 Prozent pro Jahr  betragen. Kreuzsolide Festgeldangebote oder Tagesgeldkonten bringen viel mehr.

Dabei ist Hartmann ein Anleger, der Chancen und Risiken von Geldanlagen einschätzen kann. Die komplizierte Konstruktion von Anleihen wie dieser ist aber selbst für Finanzexperten eine Herausforderung. Anleger können nicht voraussehen, wie sich die Verzinsung entwickelt.

Tipp: Lassen Sie besser die Finger von Anleihen mit komplizierten Nebenbedingungen.

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