Der Fall Meldung

Allein gelassen als Verkäufer: Rene Zimmermann ist sauer auf Amazon.

Redliche Verkäufer schauen auf dem „Marketplace“ des Onlinehändlers Amazon mitunter in die Röhre, wenn es zum Streit kommt. Das musste Rene Zimmermann aus Berlin erfahren.

Er hatte dort einen gebrauchten Grill verkauft, doch der Käufer reklamierte Mängel, schickte den Grill zurück und beantragte bei Amazon die „A-Z-­Garantie“. Amazon erstattet dann ­unbürokratisch die Kosten.

Dem Verkäufer Zimmermann gegenüber zeigte sich Amazon von seiner schroffen Seite. Zwar durfte er seine Sicht der Dinge schildern und klarstellen, dass sein Grill in Ordnung gewesen sei. Berücksichtigen wollte Amazon das aber nicht, sondern unterstellte ohne Prüfung, dass die Behauptung des Käufers stimme. Zimmermann ­solle die Rücksendung akzeptieren, so etwas gehöre zum „allgemeinen Geschäftsbereich“.

Dieses Argument ist Quatsch. Auch auf dem Amazon Marketplace muss ein privater Verkäufer Rücksendungen nur akzeptieren, wenn die Ware tatsächlich mangelhaft ist.

Finanztest hat sich den Grill angesehen. Er funktioniert und entspricht der Beschreibung, die Zimmermann auf dem Marketplace abgegeben hatte.

Amazon machte sich weniger Mühe. Die Firma sperrte Zimmermanns Kundenkonto, zog das Geld ein und erklärte, die Entscheidung sei unwiderruflich. Guter Service sieht anders aus.

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