Der Fall Meldung

Beinahe hätte die Firma von Simon Pallasch mit einem Minus von rund 2 000 Euro angefangen. Als seine GmbH gerade beim Amtsgericht Köln ins Handelsregister eingetragen war, bekam Pallasch zwei sehr amtlich aussehende Briefe: Die Firma VBU GmbH wollte 695 Euro für die „Veröffentlichung von Handelsregistertexten“. Ein vorausgefüllter Überweisungsträger lag bei.

Noch gieriger zeigte sich die Firma HRV s.r.o mit Sitz im tschechischen Brno. Sie bot einen Eintrag in das „Handelsregisterverzeichnis-fuer-Industrie-Gewerbe-und-Handel.de“. Das Formular vermittelte den Eindruck, dass der normale Eintrag kostenfrei ist. Im Kleingedruckten war aber eine ­Gebühr von 1 238 Euro erwähnt.

Pallasch zahlte nur deshalb nicht, weil er Tage zuvor schon 266 Euro für die Registereintragung an die Gerichtskasse Köln überweisen hatte.

Die Masche ist als Adressbuchschwindel bekannt: Die Schwindler gestalten Briefe wie amtliche Rechnungen, um die Empfänger zur Zahlung zu ver­anlassen. Als Gegenleistung gibt es bestenfalls einen Eintrag in ein meist wertloses privates Adressverzeichnis.

Tipp: Wer gezahlt hat, sollte den ­Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Informieren Sie den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität eV
(Tel. 0 61 72/12 15 72; Fax: 0 61 72/8 44 22; www.dsw-schutzverband.de).

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