Der Fall Meldung

Frank Heinze will seine 40000 Euro zurück.

Mehrere Geldanlagen und Versicherungen hatte ihm der Allianz-Vertreter bereits vermittelt. So schöpfte der Berliner Frank Heinze keinen Verdacht, als der Mann 40 000 Euro für ihn anlegen wollte, als „Agenturdarlehen“ zu 6 Prozent Zinsen im Jahr.

Der selbstständige Handelsvertreter gehörte zur „Allianz-Spezialorganisa­tion“, einer Eliteeinheit des Personenversicherungsgeschäfts. Die Korrespondenz trug den Briefkopf der Allianz. Im Vertrag hieß es, das Geld werde „über meine Agentur“ angelegt, und der Vertreter verpfändete seine Lebensversicherung an Heinze. Das wirkte ­allianzmäßig solide.

Doch der Vertreter legte das Geld nicht an, sondern trug es in die Spielbank. Er brachte 29 Menschen um mehr als 1 Million Euro, indem er das Vertrauen ausnutzte, das sie zu ihm als Allianz-Vertreter gefasst hatten.

Den Konzern ficht das nicht an. Schadenersatz? Fehlanzeige. Für die Privatgeschäfte ihrer Vertreter sei die Allianz nicht verantwortlich, heißt es aus der Zentrale in München.

Das sieht Heinzes Anwalt anders. Die Allianz habe aus früheren Vorkommnissen von der Spielsucht des Vertreters wissen können, sagt Andreas Mayer von der Kanzlei Mayer & Mayer in Freiburg. Die Abtretung der Versicherung „zur Sicherung einer Anlage“ hätte bei der Allianz alle Alarmglocken schrillen lassen müssen.

Das Landgericht Baden-Baden verurteilte den Vertreter zu einer Haftstrafe und sprach der Allianz eine Mitverantwortung zu. Damit steigen Heinzes Chancen, sein Geld wiederzusehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 168 Nutzer finden das hilfreich.