Der Fall Meldung

Mutter und Sohn Ohlrogge werfen der Santander Bank unseriöses Geschäftsgebaren vor.

Irmgard Ohlrogge fühlt sich von ihrer Hausbank, der ehemaligen SEB Bank und heutigen Santander Bank, im Stich gelassen. Die Bank weigert sich, der 91-jährigen Frau 50 000 Euro von ihrem Vermögen für den behindertengerechten Umbau ihrer Wohnung auszuzahlen.

Ohlrogge wirft der Bank vor, sie sitze rechtswidrig auf dem Geld, für das sie ihr 2007 die Vermögensverwaltung übertragen habe. Zwei Bedingungen habe sie der Beraterin damals persönlich gestellt: Das Geld sollte konservativ angelegt werden und für den Fall, dass sie pflegebedürftig würde, jederzeit verfügbar sein.

Heute ist Irmgard Ohlrogge pflegebedürftig. An ihr Geld kommt sie jedoch nicht heran, weil die Bank Fehler bei der Verwaltung machte. Statt es auf mehrere Geldanlagen zu verteilen, setzte sie alles auf eine Karte und kaufte für rund 180 000 Euro Anteile an einem SEB Immobiliendachfonds.

Das ist eigentlich ein offener Fonds, doch dann wurde er geschlossen, weil er nicht genug flüssige Mittel hatte. Er konnte Anleger nicht auszahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollten.

Die Beraterin der alten Dame verteidigt ihre Anlageentscheidung bis heute. Die Bank habe offene Immobilienfonds auf Schulungen als „einem Festgeld gleich“ bezeichnet. Das investierte Geld sei jederzeit verfügbar, da die Anteile verkauft werden könnten. So erklärt sie es Ohlrogges Sohn Rolf.

Nun macht die Santander Bank ein Angebot, das Rolf Ohlrogge zynisch findet: Die Bank will seiner Mutter ein zinsloses Darlehen über 50 000 Euro geben. „Im wahrsten Sinne ein todsicheres Geschäft für die Bank“, findet der Sohn. Sterbe seine Mutter, müsse er für die Fehlberatung geradestehen und den Kredit zurückzahlen.

Der Fall ist kein Einzelfall. Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg (www.vzhh.de) finden sich weitere. Die Santander Bank verweist auf die Geschäftspolitik der SEB Bank und will den Fall Ohlrogge nicht kommentieren. Sie prüft ihn aber erneut.

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